Gewalt auf der Feierbanane Party in München: "Alkohol-Verbot als ultima ratio"

Laura Kaufmann, 29.10.2012 16:48 Uhr

Münchens Polizeipräsident bleibt bei seiner Forderung nach einem Schnaps-Verbot nach Mitternacht auf der Feier-Meile. Auch wenn er einräumt: „Individuelle Lösungen wäre mir lieber“

Mit einem Rundgang über die Feierbanane löst man keine Probleme – man besichtigt sie nur. So wie am Freitagabend, als wichtige Köpfe von Polizei und KVR mit Clubbesitzern von Lokal zu Lokal zogen (AZ berichtete). Ihre gemeinsame Aktion: „Cool bleiben, friedlich feiern.“ „Wir werden diese Aktion weiterhin unterstützen“, resümiert Schmidbauer.

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Aber dass sie ausreicht, um die Probleme dort einzudämmen, daran glaubt er nicht. „Ich bleibe bei meiner Forderung, Alkohol zu verbieten als ultima ratio“, sagt Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Nach Mitternacht keinen Schnaps mehr zu verkaufen hatte er schon vor einem Jahr gefordert, die letzten Vorfälle auf der Sonnenstraße dienen jetzt als neuer Anlass.

Allerdings: „Individuelle Lösungen wären mir lieber“, sagt Schmidbauer. Was es gibt, ist das Hausverbot, das, einmal an einer Tür eines Feierbananenclubs ausgesprochen, für alle gilt. Und das Betretungsverbot für solche, die schon für entsprechenden Ärger in der Umgebung gesorgt haben.

Ähnlich kann sich der Polizeipräsident auch ein individuelles Alkoholverbot vorstellen. „Wir prüfen, ob das juristisch möglich ist. Ich denke, dass wir gerade unseren jungen Leuten mit Erziehungsmaßnahmen wie Bußgeldern und Ordnungswidrigkeiten beikommen sollten“.

Ein „Schritt in die Richtige Richtung ist für ihn ein Kompromiss von CSU und FDP ums Tanzverbot, der auch beinhaltet, dass Kommunen ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen erlassen dürfen. So etwas könnte er sich auch für die Sonnenstraße vorstellen. „Es ist ein Unterschied, ob die jungen Leute daheim trinken und dann noch eine dreiviertelstunde in die Stadt reinfahren müssen, oder ob sie gemütlich vor dem Club stehen und trinken können.“

Wenn auch das den Trend zu mehr Gewalt unter Alkohol nicht eindämmt, will Schmidbauer sein Schnapsverbot aus der Tasche ziehen. Und das betrifft dann nicht nur die Feierbanane-Clubs. Schmidbauer: „Beim Rauchverbot hätte auch niemand gedacht, dass das geht.“

 

 

 

 

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Kommentare (3)
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OKT
31
Alex, 20:26 Uhr

Alkoholverbot - so ein Blösinnn

Auch wenn's im beheizten Auto oder der Dienststelle natürlich um einiges gemütlicher ist, wäre hier doch einfach nur die gute, alte Polizeipräsenz gefragt. So wie auch der Wiesn auch.. 3 Team von jeweils 8-10 uniformierten Polizisten. 2 davon jeweils freundliche, psychologisch geschulte Kontaktbeamte, der Rest breitschultrige Schlägertypen. Diese Teams gehen gehen zwischen 22 und 6 Uhr Streife auf der Feierbanane. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dann noch zu nennenswerter Randale kommt.

OKT
31
Fritz, 13:26 Uhr

Alkoholverbot

Mich erstaunt es nicht, dass man jetzt an den Alkohlkonsum heran geht. Erst werden Tabakwaren verboten, dann auf lange Sicht der Alkohol. Das Ziel dürfte der biologisch abbaubare Einheitsmensch sein. Klar gibt es viele Probleme durch übermäßigen Alkoholkonsum. Es stellt sich aber die Frage, ob alles verboten werden muss, womit kleine Randgruppen nicht vernünftig umgehen können. Gibt es in Zukunft nur noch die Lösung, alles zu verbieten? Müssten nicht eher Maßnahmen etroffen werden die die Leute treffen, die sich ausufernd verhalten? Aber das ist wohl nicht gewünscht. Hier werden wieder die üblichen Argumente herangezogen um letztlich allen Menschen zu ihrem staatlicch verordneten 'Glück' zu verhelfen. Die Pläne der WHO sind bekannt und diese setzt sich bekanntlich mit allen Mitteln (siehe auch Rauchverbote) durch. Deutschland schafft sich nicht ab, es reglementiert sich tot.

OKT
29
J.Reiml, 18:50 Uhr

Überforderung oder Unfähigkeit?

Ja den Schnappsausschank verbieten... wunderbare Idee! Auf dem friedlichen Oktoberfest sieht man ja das es auch ohne Schnapps geht. (Bier reicht ja auch) Nach irgendwelchen Verboten schreien und hoffen das sich die Leute dran halten ist halt einfacher für eine Polizei die anstatt den Executiven-Job zu machen lieber die Probleme 'besichtigt' und zuschaut als die Rechtsmittel auszuschöpfen und sie zu beseitigen... Besoffen randalieren, und Körperverletzung ist schon verboten, gemacht wird es aber trotzdem. Wie kommt das nur? - Ach, es interessiert zufällig niemanden? Wie gräßlich. Wenns in den Kneipen nix scharfes mehr gibt, dann säuft man sich halt wie in England vor der Sperrstunde in Rekordtempo voll oder nimmt nen Flachmann mit. Nene, würden die 'Trinker' sich vor dem Haus eines Politiker vergnügen und krawall machen, da wäre so schnell die Polizeifahrzeuge da und würden die Leute einpacken das man gar nicht schauen könnte. Im WIederholungsfall halt mehrere Nächte bis die Leute nicht mehr kommen. Mit ein bisschen Druck wäre man da schnell sehr viel konsequenter... Auf der 'Feiermeile' interessierts aber keinen wirklich, und wer will sich schon für das 'kleine Beamtengehalt' ankotzen lassen oder gar eine eingeschenkt bekommen? Na, da reißt man sich nicht drum. Ist es 'Bequemlichkeit'? Oder gibt es andere Gründe warum man den 'Leuten' hier ihre Narrenfreiheit lässt und auch gar nicht gegen das Treiben vorgehen will? Das hier ein paar Südländer einen Jungen halbtot geschlagen haben - ja wirklich bedauerlich - aber war ja 'nur' ein deutscher, und der hätte um die Zeit ja daheim im Bett sein sollen, und schließlich lebt er ja noch. Leute totschlagen ist auch verboten... sind schon sehr vergesslich die Leute... Im Ernst: Verbotsforderungen sind hier nichtmal Aktionismus und der Polizeipräsident schwächt dadurch sogar noch seine Position, er muss nämlich erklären warum die Behörde der er vorsteht nix tun kann, oder nix tun will. Am Ende frägt man sich ob es Feigheit (wovor?) oder ob es Unfähigkeit bei der Münchner Polizei ist. Nicht ob es neue Verwaltungsregeln und Papiergesetze braucht... Also was soll der Affenzirkus?