Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [5.00/1]

Gesundheitswesen Finanzdesaster der städtischen Klinikum GmbH

Willi Bock, vom 02.12.2011 20:16 Uhr
Finanzdesaster der Klinikum GmbH: Die Privaten warten schon.  Foto: fotolia
Finanzdesaster der Klinikum GmbH: Die Privaten warten schon. Foto: fotolia
Siehe auch

Schwere Vorwürfe im Revisionsbericht gegen die Klinikchefs - die CSU verlangt Aufklärung über die wahren Hintergründe des Finanzdesasters. Der Kämmerer soll die fünf Häuser bekommen.

MÜNCHEN - Das Urteil des Rechnungsprüfungsausschusses ist vernichtend: Das Finanzdesaster der städtischen Klinikum GmbH sei nicht erst im Spätsommer, sondern schon im Februar oder März absehbar gewesen. Aber erst im Spätsommer habe die Klinikleitung zugegeben, dass es nicht 3,6 Millionen Euro Miese werden, sondern im schlechtesten Fall über 40Millionen. Aktuell sind es 44Millionen. Fazit: Das Unternehmen ist in einer katastrophalen Lage.

Am Montag wird der Aufsichtsrat in einer Krisensitzung über die Fakten und Vorwürfe in dem streng gehüteten Papier informiert. In der vorigen Sitzung soll die neue Klinikchefin Elizabeth Harrison geklagt haben, dass sie von ihrem Finanz-Geschäftsführer Franz Hafner selbst falsche Angaben bekommen habe. Noch im Juni soll Hafner gegenüber Aufsichtsräten gesagt haben, es sei alles im Lot. Der Aufsichtsrat musste Monate auf die echte Lagebeurteilung warten. „Das ist nicht hinnehmbar“, klagen Aufsichtsräte.

Die CSU verlangt Aufklärung im Stadtrat. Es stehe der Vorwurf im Raum, dass „seit Jahren getrickst, geschönt und getäuscht wurde“. Sie fragt, wie das über Jahre unentdeckt bleiben konnte. Das Beteiligungsmanagement im zuständigen Gesundheitsreferat habe „nicht funktioniert“. Dabei müsste es die fünf städtischen Kliniken überwachen. Die CSU fordert, dass die fünf Stadt-Kliniken in die Zuständigkeit der Stadtkämmerei kommen. Fraktionschef Josef Schmid: „Da sitzen die Fachleute, die etwas von Zahlen verstehen, die wirtschaftliche Kompetenz haben und Berechnungen auf ihre Plausibilität prüfen können.“

Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) sei mit der Aufgabe „völlig überfordert“. Die CSU will auch wissen, welche Rolle die Wirtschaftsprüfer spielten und „mit welcher Intensität“ sie die Bücher durchleuchtet hätten. Und warum sie die „Manipulationen nicht festgestellt haben“. Schließlich soll geklärt werden, ob Finanzgeschäftsführer Hafner und die drei vor einem Jahr fristlos entlassenen Geschäftsführer „zur Verantwortung gezogen“ und gegen sie Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden könnten.

Hafner ist seit Wochen nicht mehr im Dienst. Viele hoffen, dass er selbst geht. „Das wird für die Steuerzahler noch teuer“, so ein Aufsichtsrat. „Bei dem Bevölkerungswachstum in München sind diese Häuser für Private eine Goldgrube.“ Die ständen schon bereit. 

 

Kommentare (4)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
DEZ
05
15:09 Uhr, geschrieben von Spassjurist
Valentin: Schuld ist niemand nicht!
Das ist das Prinzip von Rot-Grün in München: immer Schuldige suchen ausserhalb der Stadtführung und auf denen dann in den Medien herumtrampeln, wohlwissend dass man die nicht wird belangen können. Aber die Bürger sind erstmal beruhigt, weil der OB es denen mal wieder zeigen wird. Dabei sollte er belangt werden. Er hat doch mit bestem Wissen die Katastrophe den Münchnern eingebrockt: "Herr Fuss ist nicht qualifiziert", hatte er damals gesagt," aber die Grünen haben nicht locker gelassen:" Wen will so ein Mensch denn belangen, wenn er sich nicht selbst anzeigt?
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
2
Kommentar bewerten
DEZ
04
01:33 Uhr, geschrieben von arzt
ich hasse die verwaltung
lasst uns ärzte und schwestern einfach selbstbestimmt arbeiten. der verwaltungsaperat und die manager schlucken nur das ganze geld. überlasst denen die krankenhäuser die da wirklich arbeiten: ärzte, schwestern und pfleger!
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
5
Kommentar bewerten
DEZ
03
01:39 Uhr, geschrieben von Obelox
Ein Finanzvorstand, der trixt und täuscht
gehört sofort ohne Abfindung entlassen. Gleichzeitig muss Klage gegen ihn eingereicht werden wegen Nichterfüllung seines Vertrags bzw. Vortäuschung falscher Tatsachen.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
4
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  2
nächste
Schülerin wegen versuchten Mordes vor Gericht
Das Münchner Landgericht verhandelt am Montag über den Mordversuch einer 20-jährigen Frau an ihrem heiratsunwilligen Ex-Freund.
Startschuss für Special Olympics
Wettkampf um Gold: Mit einer Eröffnungsfeier in der Münchner Olympiahalle beginnen am Montag die nationalen Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung.
Anzeigen & Verlagsbeilagen zum Durchklicken
 
Die AZ-Top-Bilder
mehr Bilder mehr Bilder
Das München-Wetter
 
 
Anzeige
Nachrichtenticker
07:47   Ölpreise beenden vorerst Talfahrt
07:12   Nachbeben erschüttern Norden Italiens
06:54   Atomverhandlungen im Iran - IAEA-Chef reist nach Teheran
06:47   "Aus tiefer Not" - Musikerprotest gegen Orchester-Aus
06:33   Sarrazin verteidigt sein Anti-Euro-Buch
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
AZ-Pflegekompass

Konzert Tickets

Interaktiv
  • Umfrage
Finale dahoam Szenen

Finale valaon! Können die Bayern nach dem Scheitern in der Champions League dennoch zufrieden sein mit der Saisonbilanz?

 
Nein. Eine Saison ohne einen einzigen Bayern-Titel ist einfach nichts!
Ja. Zweiter in der Meisterschaft und jeweils Vize in den Pokalen ist doch auch nicht schlecht.
Was soll die Frage? Nach dem Schock vom Samstagabend muss ich mich erstmal fangen.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Twitter
Video