Wer in jungen Jahren Sport treibt, trainiert das Herz für das Alter

Nie mehr im Jahr ist das Interesse an Fitness so hoch wie im Januar, wenn ehrgeizige Gesundheits-Vorsätze in die Tat umgesetzt werden sollen. Aber ist das wirklich gesund? Schadet nicht zu viel Sport dem Herzen sogar, so wie es schon auf dem ersten deutschen Sportärzte-Kongress 1912 diskutiert wurde? Das „Deutsche Ärzteblatt“ hat nun endgültig mit der Mär des sich abnützenden Herzens aufgeräumt. Wenn man in jungen Jahren regelmäßig (Leistungs-)Sport betreibt, adaptiert sich das Herz und wird als Reaktion darauf vorübergehend größer – extrem zum Beispiel bei Triathlon-Teilnehmern, Langstreckenläufern oder Radrennfahrern im Gegensatz zu Billardspielern oder Segelfliegern.

Die Zunahme der Herzfrequenz ist die erste Reaktion auf die Belastung, das Herz pumpt schneller. Als Faustregel gilt, dass die Beschleunigung maximal 220 Schläge pro Minute minus das Lebensalter betragen sollte. Nach dem Training, im Ruhezustand, schließlich die erwünschte Reaktion: Das Herz schlägt wieder langsam, der Ruhepuls sollte dann ca. 50 Schläge pro Minute betragen. Außerdem atmet man leichter. Denn auch die Sauerstoff-Aufnahme steigt durch Fitness – bei gesunden Untrainierten bei Belastung um das rund Zehnfache, bei geübten Sportlern sogar um das 20-fache.

Keine Gefahr also für das Herz – und der positive Effekt tritt schon ein, wenn man zwei- bis dreimal pro Woche schwitzt, den Pulsschlag richtig hochgehen lässt und dabei insgesamt 500 bis tausend Kilokalorien verbrennt. Den etwas Älteren empfehle ich zuvor einen Gesundheits-Check-up mit Belastungs-EKG.

Noch ein Gerücht wurde durch mehrere Studien widerlegt: Leistungssportler sterben nicht früher. Im Gegenteil. Ausdauerathleten leben im Vergleich zur Normalbevölkerung durchschnittlich bis zu acht Jahre länger. Wie sich die heute üblichen Dopingmaßnahmen auf das Herz auswirken, muss man aber erst abwarten.