Gesundheit und Ernährung Nahrungsergänzungsmittel – Pille statt Apfel

Nahrungsergänzungsmittel in Form von bunten Pillen und Tabletten gibt es mittlerweile sogar im Supermarkt zu kaufen. Wirken sie sich, wie angepriesen, positiv auf unserer Gesundheit aus, oder sind sie gar schädlich? Foto: dpa

Stärkere Knochen, straffere Haut, bessere Augen oder eine gesteigerte Immunabwehr – moderne Nahrungsergänzungsmittel helfen angeblich in vielerlei Hinsicht. Doch halten besagte Pillen, Präparate und Pulver was sie versprechen? Wirken sie sich wirklich positiv auf die Gesundheit aus, oder können Sie gar schädlich für uns werden?

In nahezu jedem gut sortierten Supermarkt findet man sie: Nahrungsergänzungsmittel. Meist zieren Bilder sportlicher Menschen oder hübscher junger Frauen die bunten Packungen. Sofort wird das Bedürfnis geweckt, genauso vital und attraktiv zu sein, wie die Person auf der Verpackung. Aus Neugier greifen viele Menschen zu. Magnesiumpulver gegen Krämpfe, Venendragees, Augenkapseln und eine Packung Vitamin C Tabletten wandern so nach und nach in den Einkaufswagen. Die Botschaft ist aber auch zu verlockend: Zwei Tabletten am Tag und man fühlt sich gleich viel besser. Na, wenn’s weiter nichts ist? Kann man ja mal probieren. Dass die kleinen Gesundheitshelfer nicht gerade günstig sind, stört dabei kaum, schließlich tut man es ja für die Gesundheit und die kostet nun mal.

Tabletten als Ersatz für gesunde Ernährung?

Eigentlich ist das ja auch eine gute Sache mit der Nahrungsergänzung, denn seien wir doch mal ehrlich: Wer isst wirklich jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse? Klar, den einen oder anderen Apfel kann man erfolgreich verbuchen und auch die Banane als Pausensnack würde sicher niemand verschmähen. Abends lockt dann allerdings doch oft die Fertigpizza oder ein anderes, schnell zubereitetes Gericht, sodass man wieder einen Smiley mit hängenden Mundwinkeln hinter seine Ernährungsbilanz malen muss. Ärgerlich. Da kommen Nahrungsergänzungsmittel eigentlich wie gerufen. Doch eine gewisse Skepsis bleibt bei vielen Menschen bestehen, vor allem wenn es darum geht, bunte Pillen zu futtern.

Die Schattenseite der Wundermittel

Nahrungsergänzungsmittel sind schließlich nicht nur wegen ihrer positiven Wirkung bekannt – ganz im Gegenteil. Immer öfter wird inzwischen davon berichtet, dass zusätzliche Mineralien und Vitamine vom Körper kaum verwertet werden können und daher der Gesundheit nur selten dienlich sind. Auch von gesundheitlichen Gefahren war in den Medien bereits die Rede. So stehen bestimmte Mittel unter Verdacht, auf lange Sicht hin sogar Krebs und Herzerkrankungen zu begünstigen.

Darüber hinaus kann sich eine Überdosierung der Wundermittel ebenfalls sehr negativ auf die Gesundheit auswirken. Dies geschieht oft schneller, als man denkt, da viele Präparate zusätzlich angenehm nach Zitrone, Orange oder Himbeere schmecken. Meist zeigt sich eine Überdosierung dabei in Form von Symptomen wie Übelkeit, Durchfall oder auch Hautausschlägen. Um dies zu vermeiden, sollte man sich vor der Einnahme jeglicher Präparate und Tabletten einige Minuten Zeit nehmen und den Beipackzettel genau studieren.

Wer sollte Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Angesichts des umstrittenen Nutzens der Nahrungsergänzungsmittel stellt sich einem nun die Frage: Für wen eignen sich Vitaminpräparate, Brausetabletten und Co. denn dann? Gibt es eine Zielgruppe, die davon wirklich profitiert? Um es vorwegzunehmen: ja, die gibt es. Laut Experten dienen Nahrungsergänzungsmittel vor allem unterernährten und chronisch kranken Menschen. Auch bei einem nachgewiesenen Mangel können zusätzliche Vitamine und Mineralien hilfreich sein und zu einem gesteigerten Wohlbefinden beitragen.

Ein Fazit

Auch wenn immer noch Uneinigkeit über das Thema Nahrungsergänzungsmittel besteht, so bleibt festzuhalten: Wer sich für die Einnahme von zusätzlichen Vitaminen und Mineralien entscheidet, sollte dennoch in jedem Fall auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten. Auch empfiehlt es sich, erst einmal beim Arzt abklären zu lassen, ob überhaupt ein Mangel besteht, der behandlungsbedürftig wäre.

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