"Gesund bleiben" Nach Kurz-Comeback: Boateng will an alte Zeiten anknüpfen

Endlich wieder dabei: Jérome Boateng beim Aufwärmen vor dem Anderlecht-Spiel. Foto: dpa

Jérôme Boateng stand gegen Anderlecht endlich wieder für die Bayern auf dem Platz, bereitete sogar gleich ein Tor vor. Jetzt will der Nationalspieler wieder zurück zu alter Stärke finden.

München - Den Belastungstest auf dem Platz hatte Jérôme Boateng bestanden, aber da war ja noch eine andere wichtige Frage offen: Wie kam seine Frisur eigentlich bei Schiedsrichter Paolo Tagliavento an? Boateng, seit kurzem mit blondem Streifen auf dem Schädel unterwegs, schmunzelte nach seinem Comeback gegen Anderlecht. Für ihn war die Information neu, dass der italienische Referee im Nebenjob als Friseur arbeitet. "Ich glaube, das passt", meinte Boateng und machte den Spaß mit: "Sonst hätte er vielleicht was Kritisches gesagt." Plötzlich war dem Abwehrstar des FC Bayern alles klar, als er über Tagliaventos Aussehen nachdachte: "Deswegen war seine Frisur wahrscheinlich so gut."

Boateng gehörte an diesem eher tristen Champions-League-Abend zu den bestgelaunten Bayern-Profis. Verständlicherweise. Nach fast viermonatiger Verletzungspause (Muskelfaserriss im Oberschenkel) kehrte der 29-Jährige auf den Platz zurück, letztmals hatte Boateng Ende Mai in der Bundesliga gegen Freiburg gespielt. "Ich habe mich riesig gefreut", sagte Boateng, der in der 77. Minute für Javi Martínez ins Spiel kam und Joshua Kimmichs 3:0 mit einem Traumpass vorbereitete: "Jetzt will ich einfach gesund bleiben und an alte Tage anknüpfen."

"Werde geduldig sein, auch wenn es schwer ist"

Alte Tage – die beste Zeit des Weltmeisters liegt tatsächlich schon ein bisschen länger zurück. Bei der WM 2014 noch herausragend stark, hatte Boateng in den Folgejahren ständig mit Verletzungen zu kämpfen. Speziell seit seinem Muskelbündelriss bei der EM 2016 fand er kaum noch seinen Rhythmus, immer wieder stoppten ihn kleinere oder größere Blessuren. Und auch in der Vorbereitung auf diese Saison musste Boateng wieder kürzertreten, das geplante Comeback verschieben. "Es war sehr schwer, weil ich ja schon wieder zurück war bei der Mannschaft und dann einen Rückschlag hatte", gab Boateng zu. Die Muskulatur streikte.

Doch jetzt ist Boateng wieder da. "Wir werden viele Härtefälle haben", sagt Mats Hummels. Besonders in der Innenverteidigung hat Trainer Carlo Ancelotti große Auswahl, neben Boateng und Hummels beanspruchen auch Martínez und Niklas Süle einen Platz. "Ich muss an mir arbeiten, das kommt über Spielpraxis und Training", sagte Boateng. "Da werde ich geduldig sein, auch wenn es schwer ist." Die Geduldsprobe. In der Vergangenheit hatte er sich öffentlich beklagt, wenn Ancelotti ihn auf der Bank ließ. Und jetzt? Ein baldiger Startelf-Einsatz – vielleicht schon am Samstag gegen Mainz – würde ihn schon reizen, gab Boateng zu: "Wenn es geht, fange ich auch gern ein Spiel an."

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