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Gericht Muslim darf nicht Lehrer werden

Torsten Huber, vom 11.01.2012 16:25 Uhr
Realschulllehrer Marwan Al-M.(30) darf nicht unterrichten. Foto: Torsten Huber Foto:
Realschulllehrer Marwan Al-M.(30) darf nicht unterrichten. Foto: Torsten Huber Foto:

Weil der Verfassungsschutz behauptet, dass der Pädagoge enge Kontakte zu Islamisten hat, darf er nicht als Lehrer arbeiten.

MÜNCHEN Der 30-jährige Marwan Al-M. darf wegen seines Glaubens nicht als Lehrer arbeiten. Er ist Moslem und der Bayerische Verfassungsschutz behauptet: „Al-M. gehört einer radikalen islamistischen Organisation an.“

Daraufhin stufte ihn die Schulbehörde der Landeshauptstadt München als „charakterlich“ für den Schuldienst nicht geeignet ein. Gegen diese Entscheidung klagte Marwan Al-M. mit deutsch-syrischer Abstammung jetzt vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht.

Sein Verteidiger Gerd Tersteegen: „Was der Verfassungsschutz hier versucht, ist die Integration der Muslime in unserer Stadt zu boykottieren. Dem Verfassungsschutz glaube ich überhaupt nichts mehr. Bei den Zwickauer Neo-Nazis kam es zu einer Fülle von Verfehlungen!“ Konkret wird dem Realschullehrer für Wirtschaft und Mathe vorgeworfen:

Als Ausbilder in der „Muslimischen Jugend Deutschland“ (MJD) soll er Kontakt zu verfassungsfeindlichen Organisationen gehabt haben – zu dem „Islamischen Zentrum München“ (IZM) und der „Islamischen Gemeinschaft Deutschland“ (IGD).

Auf seinem Laptop habe er Dokumente mit radikalen islamistischen Ideologien gespeichert. Al-M. erklärte, dass er die Texte auf dem Laptop gespeichert habe, weil er sich mit dem Thema auseinander setzen wollte: „Manches, was da stand, war so komisch, dass ich es gleich wieder abgespeichert habe.“

Das IZM habe er nur vor Jahren besucht und die Freitagsgebete übersetzt: „Ich finde es gut, wenn jeder das Gebet versteht.“ Die IGD habe er bei einer Podiumsdiskussion besucht: „Ich stehe zur deutschen Verfassung und werde sie auch verteidigen.“ Der Prozess dauert an.

 

Kommentare (42)
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JAN
15
10:49 Uhr, geschrieben von Belal
Wie die Menesch urteilen!?
Editieren Hallo zusammen, folgende Gedankenanstöße möchte ich gerne loswerden: 1.) Wenn Merkel und viele andere Politiker mit W. Bush&Konsorten politisch verkehren, sind sie doch deswegen nicht gleich Massenmörder, weil der Bush für Tausende Tote unschuldige Menschen in Irak verantwortlich ist! (Und läuft auch noch auf freien Fuß). 2.) Wenn die Behauptung, die o.g. Organisationen seien, verfassungsfeindlich, stimmen würde, warum Existieren sie bis heute noch? Was hat der Staat bis heute tatsächlich gegen sie bewiesen und uns dargelegt, damit sie ihre Behauptungen stärkt? Wir hören und lesen ständig: "Es könnte", "es wird behauptet", "vermutlich"...etc. aber kaum 100 %ige Bestätigung oder Presseerklärung von unsere Regierungsoberhäupte!! 3.) Wir leben in ein freies Land, wo jeder Bürger und Mensch sein Weiterbildungswerdegang ganz frei und ohne Einschränkungen aufbauen darf. Wie soll man den sonst sein eigenes Wissen erweitern, wenn es eingeschenkt wird? Wie soll man den sonst die eigene Meinung bilden, um mögliche Manipulation, Klischees und Vorurteile abbauen zu können, wenn von vornherein alles auf ganz komischer medialer Art infrage gestellt wird? Ich finde es völlig legitim, egal welche Organisation, die so lange sich auf dem deutschen Boden befindet und einen freien Zugang gewährt, sie zu besuchen. Das gilt auch für den Bürger Herr Marwan Al-M ebenfalls. Vielen Dank und schöne Grüße aus Bonn.
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JAN
14
17:17 Uhr, geschrieben von Matin
Nein zu Gestapo 2.0
Der "Verfassungsschutz" , der sich gegen die Beobachtung des rassistischen Hetztblogs PI-News mit Händen und Füßen wehrt, ist für mich mich nur eine Ansammlung von rechtslastigen Steuergeldvernichtern. Man konnte bei dem bei dem NSU-Terror sehr gut sehen das dieser Verein eher ein Gestapo 2.0 ist als eine echte Verfassungsschutzbehörde.
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JAN
14
01:32 Uhr, geschrieben von Ralf T.
Genau hinschauen
Die Einschätzung des Verfassungsschutzes ist nicht zweifelsfrei. Entscheidend ist der Umgang mit den Schülern. Sollte sich Herr Marwan aus persönlicher Überzeugung in extremistisches Umfeld begeben haben, so hat er im Schuldienst nichts verloren. Die Speicherung von Daten zu Dokumentationszwecken ist hingegen nichts Ungewöhnliches. Grundsätzlich bietet die Lehre des Islams für jeden etwas. Zu Beginn Mohammeds Wirken sind seine Überlieferung sehr friedfertig. Nachdem er seine Macht gefestigt hatte, werden sie widersprüchlich und intolerant. Als Prophet ist Mohammed nun einmal nicht der lupenreine und politisch korrekte Heilsbringer wie Jesus Christus. Erfreulicherweise macht sich die überwiegende Mehrheit der islamischen Glaubensgemeinschaft die friedfertige Variante zu eigen. Auch wenn durch die Nachrichten ein anderes Bilde gezeichnet wird.
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