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Gericht eBay-Betrüger: Sie legten ihre Kunden rein - und sich selbst!

Marlina Pfefferer, vom 17.03.2011 00:00 Uhr
Die Scham kam zu spät: Claudia W. und Frank G. haben hunderte Kunden vorsätzlich um ihr Geld und ihre bezahlte Ware geprellt. Das Paar wollte vor Gericht nicht erkannt werden. Foto: bayernpress
Die Scham kam zu spät: Claudia W. und Frank G. haben hunderte Kunden vorsätzlich um ihr Geld und ihre bezahlte Ware geprellt. Das Paar wollte vor Gericht nicht erkannt werden. Foto: bayernpress

NÜRNBERG Gewinne satt und pralle Konten – Claudia W. (45) und Frank G. (47) hatten sich ihre Zukunft mehr als rosig ausgemalt. Im Trend-Geschäft mit TV-Flachbildschirmen sah das Paar aus Nürnberg seine Chance, vertickte die Geräte – unter Frank G.s Federführung – tausendfach über die Internet-Auktionsplattform eBay. Zu Spottpreisen! Binnen kürzester Zeit hatten sie sich auf diese Weise ins Bodenlose gewirtschaftet. Den Schaden hatten am Ende nicht nur sie – sondern vor allem auch ihre Kunden, die buchstäblich in die Röhre schauten!

Mit einem Startpreis von nur einem kläglichen Euro hatten Claudia W. und Frank G. die hochklassigen Neu-Geräte auf eBay eingestellt. Wenig verwunderlich, blieben die Endgebote bei den tausenden von Auktionen weit unter dem eigentlichen Einkaufspreis – von Gewinnen gar nicht zu reden! Oft gingen die teuren Flachbildschirme nur für wenige hundert Euro raus.

Laienhaftes Geschäftsgebaren

Claudia W. und Frank G. hatten offenbar keinen blassen Schimmer vom Handeln. Keiner der beiden fühlte sich für die Buchhaltung zuständig. Claudia W. weiß bis heute nicht mal, zu welchen Preisen sie die Flatscreens einkauften und um welche Modelle es sich überhaupt handelte! „Blauäugig”, nannte Richter Ulrich Flechtner dieses laienhafte Geschäftsgebaren.

Verluste in Höhe von fast 200.000 Euro hatte das Paar innerhalb von nur einem halben Jahr eingefahren. Mit rund 300.000 Euro waren sie gleichzeitig bei Lieferanten im Rückstand. Trotzdem sollen sie immer weiter Geräte angeboten haben – obwohl der finanzielle Super-Gau bereits Realität war. Richter Flechtner hatte wenig Verständnis: „Es bestand ja nicht annähernd die Chance, da nochmal die Kurve zu kriegen. Sie hätten doch sehen müssen, dass es keinen Ausweg mehr gab.”

Zerknirscht räumten die Angeklagten die Vorwürfe ein. Die mindestens 200 Kunden, die sie vorsätzlich geprellt haben, können sich davon aber auch nichts mehr kaufen. Die ersteigerten Flachbildschirme kamen nie bei ihnen an. Ihr Geld sahen sie ebenfalls nie wieder.

Claudia W. wurde zu zwei Jahren auf Bewährung, Frank G. zu drei Jahren Haft verurteilt. Marlina Pfefferer

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