MÜNCHEN - Die aktuellen Daten zum Verdienst im Freistaat: Mitarbeiter in der Gastronomie und im Einzelhandel bekommen die niedrigsten Gehälter, die Finanzbranche scheffelt aber weiterhin gutes Geld.

Wer verdient wieviel in Bayern? Soviel steht fest: Ein Vollzeitbeschäftigter bayerischer Arbeitnehmer verdient im Schnitt 3295 Euro im Monat. Brutto versteht sich – und ohne Sonderzahlungen. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat jetzt die Ergebnisse der vierteljährlichen Verdiensterhebung veröffentlicht. Im 4. Quartal des Jahres 2009 wurden 5000 Betriebe in Bayern befragt. Das Durchschnittsgehalt hat sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 1,3 Prozent gesteigert.

Doch der Durchschnitt sagt wenig aus über die einzelnen Berufsgruppen. Dabei gibt es deutliche Unterschiede. Außerdem zeichnen sich bei der Gehaltsentwicklung Gewinner und Verlierer ab – die Wirtschaftskrise macht sich im Geldbeutel der Arbeitnehmer deutlich bemerkbar.

Gehälter unter dem Durchschnitt: Schichtdienst und Nachtarbeit – das Schlusslicht bilden alle, die in Hotels und Gaststätten arbeiten. Der Durchschnittsverdienst in der Gastronomie beträgt gerade einmal 1926 Euro brutto, er hat sich im Vergleich zum Vorquartal um 11Euro im Monat gesteigert. Im Bereich Beherbergung liegt der Verdienst bei 2016Euro – er lag im 3. Quartal 2009 bei 1987 Euro, hat sich also gesteigert. Weitere Niedrigverdiener finden sich im Einzelhandel mit 2528 Euro und im Bereich Kfz-Reparatur, Handel und Instandsetzung mit 3176 Euro.

Gehälter über dem Schnitt: Wirtschaftskrise hin oder her, die Finanzbranche steht gut da. Im Schnitt verdient ein Angestellter im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 4174 Euro brutto, im 3.Quartal 2009 lag der Wert bei 4131 Euro. Auch wer in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten arbeitet, kann nicht klagen: Hier liegt das Gehalt bei 4072 Euro (3.Quartal 2009: 3967 Euro).

Die Verlierer: Bau und Soziales In einigen Berufsgruppen ist der Verdienst innerhalb eines Quartals spürbar gesunken. Das Baugewerbe liegt aktuell bei 2782 Euro brutto – im Vierteljahr zuvor waren es noch 2816 Euro. Dramatisch sind die Einbußen im Gesundheits- und Sozialwesen. Derzeit beträgt der Durchschnittsverdienst 3214 Euro brutto – ein Quartal zuvor lag er noch bei 3480 Euro. Erziehung und Unterricht sind wichtig? Der Verdienst in diesem Bereich liegt bei 3818 Euro – das ist genau ein Euro weniger als im Vorquartal. Katharina Rieger