Geisterfahrt über Fußwege Ohne Führerschein: Rasante Verfolungsjagd durch Pasing

Als der Mann plötzlich über eine rote Ampel rauschte, nahm die Streife die Verfolgung auf. Foto: dpa

Erst der wartende Gegenverkehr konnte den jungen Mann aufhalten. Nach einer riskanten Verfolgungsfahrt sucht die Münchner Verkehrspolizei nun nach Zeugen.

Pasing - Es begann mit einer Routinekontrolle: Am Montagmittag wollten zwei Polizeibeamte auf der Landsberger Straße einen vorausfahrenden Wagen kontrollieren. Doch der 27 Jahre alte Fahrer aus Germering hatte allen Grund, die Kontrolle zu fürchten: Ohne gültige Fahrerlaubnis fuhr er durch München, sein Schein wurde ihm bereits 2015 entzogen. Drei Mal scheiterte er seitdem an den nötigen MPU-Tests.

Also drückte der junge Mann aufs Gaspedal, mitsamt seinen 24- und 25-jährigen Beifahrern rauschte er über eine rote Ampel. Es ist der Anfang einer rasanten Verfolgungsjagd durch Pasing.

Mit Sirene und Blaulicht hefteten sich die Polizeibeamten ans Auto des rechtswidrigen Fahrers, der auf seiner Flucht stadtauswärts noch mehrere rote Ampeln überfahren sollte. Billigend in Kauf nahm er dabei, dass andere Verkehrsteilnehmer verletzt werden. Ein Bus musste sogar abbremsen und dem Rücksichtlosen ausweichen, als der ein Einfahrverbot in eine Straße ignorierte.

Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt

Auch der Pasinger Marienplatz, der als Fußgängerbereich ausgeschildert ist, schreckte ihn nicht ab, ebensowenig Gehwege oder die Gegenfahrbahn. Das alles bei einer Geschwindigkeit von 60 bis 70 Stundenkilometern. Es grenzt an ein Wunder, dass es laut bisherigen Polizeiberichten keine Verletzten gab. Das lag an der Geistesgegenwärtigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer: Mehrere Fahrzeuge wechselten den Fahrstreifen oder bremsten ab, um dem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen.

Kurz vor der Kreuzung Bodenseestraße/Ecke Lortzingstraße wollte der Fahrer dann nach rechts in die Bodenseestraße abbiegen. Es war das Ende seiner rücksichtlosen Flucht, denn wartende Fahrzeuge an der Kreuzung versperrten ihm den Weg.

Schließlich stellt er sich den Beamten

Endlich kam der Fahrer zur Vernunft und gab auf, er stieg aus seinem Auto und lief den Beamten entgegen. Wie sich bei der anschließenden Kontrolle heraussteltte, bestand für das Auto nicht mal ein gültiger Versicherungsschutz.

Wegen seiner gefährlichen Flucht muss der Fahrer nun auch mit einer Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs rechnen. Aufgrund des Fahrverhaltens des 27-Jährigen wird davon ausgegangen, dass mehrere Personen konkret gefährdet wurden. Hierbei bittet die Verkehrspolizei München um Mithilfe.

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Zeugenaufruf: Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sollen sich bitte bei der Verkehrspolizei unter folgenden Nummern melden: Während der Bürozeiten (07.00 Uhr bis 15.00 Uhr) 089/6216-3432 oder rund um die Uhr unter der Tel:: 089/6216-3322.

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