Gegen Schweden EM-Stotterstart: DFB-Frauen mit Nullnummer

Enttäuscht: DFB-Spielerin Sara Däbritz. Foto: dpa

Das war noch nicht überzeugend. Nur 0:0 trennen sich Titelverteidiger Deutschland und Schweden in ihrem ersten EM-Spiel in den Niederlanden. In den kommenden Spielen müssen sich die Olympiasiegerinnen steigern.

Breda - Da ist noch ordentlich Luft nach oben: Die deutschen Fußballerinnen haben zum Auftakt ihrer Mission EM-Titelverteidigung in den Niederlanden einen Stotterstart hingelegt. Beim EM-Debüt von Steffi Jones als Bundestrainerin kam der runderneuerte Rekord-Europameister im umkämpften Klassiker gegen Schweden nicht über ein 0:0 hinaus.

Gegen die defensiv kompakten Skandinavierinnen fanden die Olympiasiegerinnen im Rat-Verlegh-Stadion von Breda kein Durchkommen - für den neunten EM-Titel muss sich Dauersieger Deutschland im Offensivspiel deutlich steigern. In der Neuauflage des Olympiafinales von Rio (2:1) riss durch das Remis zudem die bereits seit 1995 andauernde Pflichtspiel-Siegesserie der DFB-Auswahl gegen Lieblingsgegner Schweden.

"Das war ein sehr intensives Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner. Wir haben in der zweiten Halbzeit Lösungen gefunden, aber das Tor nicht gemacht. Dennoch können wir auf die Leistungen aufbauen", sagte Jones in der ARD. Die eingewechselte Mandy Islacker, die zwei der besten Gelegenheiten in der Schlussphase vergab, stimmte zu: "Es war hart umkämpft und ausgeglichen. Wir hatten am Ende die besseren Chancen, konnten sie aber nicht nutzen."

Umstellungen fruchten nicht

Im Vergleich zur Generalprobe gegen Brasilien knapp zwei Wochen zuvor (3:1) veränderte Jones ihre Anfangsformation im 4-4-2 mit Mittelfeldraute auf zwei Positionen. Anja Mittag und Josephine Henning rückten für Hasret Kayikci und Linda Dallmann in die Startelf. Kristin Demann zog Jones für Henning aus der Innenverteidigung vor ins defensiven Mittelfeld, Sara Däbritz rückte auf die rechte Seite der Raute.

Schweden-Expertin Mittag stürmte an der Seite von Svenja Huth. Die Umstellungen taten dem deutschen Spiel in der Anfangsphase nicht gut. Die DFB-Auswahl agierte nervöser als die erfahrenen und eingespielten Schwedinnen.

Vor den Augen ihrer Vorgängerin Silvia Neid, die das Turnier als Scout begleitet, stand Jones die erste Hälfte fast durchgehend am Rande der Coachingzone und gab Kommandos. Es wirkte: Nach 20 Minuten fand Deutschland besser ins Spiel, das Aufbauspiel wurde stabiler, doch gefährliche Abschlüsse gelangen dem im ersten Durchgang gegen die aufmerksame Schweden-Abwehr um die starke Wolfsburger Bundesliga-Legionärin Nilla Fischer nicht.

Islacker für Huth

Noch vor der Pause dann der erste Rückschlag: In der 39. Minute kam Bundesliga-Torschützenkönigin Islacker für die am hinteren linken Oberschenkel verletzte Huth in die Partie - erneut verlor die DFB-Auswahl den Faden. Gleich nach Wiederanpfiff dann die erste Chance für Deutschland durch den Edel-Joker: Nach Flanke von Anna Blässe kam die heranrauschende Islacker unmittelbar vor dem Tor aber nicht an den Ball (48.).

Der Titelverteidiger hatte nun mehr Ballbesitz, musste aber immer auf Konter der schnellen schwedischen Offensivkräfte gefasst sein. In der Schlussphase nahm die Partie Fahrt auf. Erneut Islacker (65.) verfehlte das Tor nach Flanke von Newcomerin Carolin Simon nur um Haaresbreite.

Auf der Gegenseite parierte DFB-Torhüterin Almuth Schult stark im Eins-gegen-Eins mit Stina Blackstenius (71.), die nach ihrer Einwechslung die Offensive des Europameisters von 1984 belebte. In der 83. Minute scheiterte erneut Islacker nach starkem Pass von Kapitänin Dszenifer Marozsan an Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl.

In den weiteren Partien der Gruppe B treffen die Deutschen, die im Fall des Titelgewinns eine EM-Rekordprämie in Höhe von 37.500 Euro kassieren, am Freitag in Tilburg auf Italien (20:45 Uhr/ARD) sowie am 25. Juli (20:45 Uhr/ZDF) in Utrecht auf Russland.

In beiden Duellen ist die DFB-Auswahl haushoher Favorit, die Russinnen bezwangen Italien zum Auftakt mit 2:1 (2:0).

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