Der FC Bayern zeigt eine Dokumentation über den jüdischen Ehrenpräsidenten Kurt Landauer, später huldigt ihm die Südkurve mit einer Choreografie.

München - Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München hat ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Der Triple-Sieger hat die Woche um den Holocaust-Erinnerungstag gemeinsam mit der Initiative "Nie wieder" zum Gedenken genutzt. Im Mittelpunkt stand dabei der ehemalige jüdische Bayern-Präsident Kurt Landauer.

Am Sonntag wurde im Bayern-Museum innerhalb der Allianz Arena eine Dokumentation des Bayrischen Rundfunks über den 1961 verstorbenen Ehrenpräsidenten des FC Bayern vorgestellt. "Er ist ein unglaubliches Vorbild für alle Jugendlichen", lobte Bayern-Präsident Uli Hoeneß einen seiner Vorgänger, der im November 2013 zum Ehrenpräsidenten ernannt worden war.

Er nehme "als Funktionär und als Mensch einen herausragenden Stellenwert" in der Geschichte des Vereins ein. Er habe "für eine Kulturveränderung bei diesem Verein gesorgt", meinte auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, deren Vater der Anwalt Landauers war, würdigte indes den FC Bayern ausdrücklich für seinen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Unter anderem habe der Klub auch das Andenken an Landauer in besonderem Maße bewahrt.

"Der FC Bayern hat ihm das gegeben, was er verdient hat", sagte Knobloch. Sie würde sich wünschen, "dass sich auch die anderen Klubs in Deutschland so der Vergangenheit widmen wie der FC Bayern".

Die Dokumentation, an der auch der rüstige Landauer-Neffe Uri Siegel mitwirkte, und ein Spielfilm über Landauer wurden vom "Bayerischen Rundfunk" produziert. Die Ausstrahlung erfolgt im Laufe des Jahres 2014 in der "ARD".

 

Die Ultras in der Südkurve, hob Rummenigge hervor, hätten mit an Landauer erinnernden Choreografien aber auch einen wesentlichen Teil zur Aufarbeitung beigetragen.

Also zeigte die Südkurve gegen Frankfurt erneut, was sie kann, präsentierte Landauers Konterfei und zitierte einen Spruch: „Der FC Bayern und ich gehören nun einmal zusammen, wir sind untrennbar voneinander.“ Später setzte die Kurve mit Spruchbändern noch ein Zeichen gegen Homophobie im Fußball. Im Klartext: „Fußball ist alles, auch schwul.“ Tolle Gesten.