gAZtro Wo der Brauer selbst zapft: Max und Tilmans Craft-Beer-Bar

Tilman Ludwig (links) und Max Heisler in ihrer vernagelten Baustelle im Schlachthofviertel. Noch in diesem Jahr soll es in der Craft-Bier-Bar losgehen. Foto: Petra Schramek

Der Brauer und der Geyerwally-Wirt eröffnen eine Kneipe. Ein Gast bekommt lebenslang Freibier.

München - Nach Alt-Münchner-Art wollen Maximilian Heisler und Tilman Ludwig ihre Kneipe in der Thalkirchner Straße gestalten.

Tilman, das ist der Brauer von Tilmans Biere, drum wird’s in der Alt-Münchner-Kneipe Neu-Münchner-Bier geben: Craft Beer wie’s auf neudeutsch heißt.

Zwischen Südstadt und Gruam soll noch in diesem Jahr die neue Kneipe für Bierliebhaber aufmachen. Derzeit braucht’s viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass man in der Thalkirchner Straße 53 einen lässigen Abend mit englischen Stouts, belgischen Fruchtbieren oder Tilmans Bieren aus dem Hahn verbringen kann. Diplom-Braumeister Tilman und Geyerwally-Wirt Max erklären deshalb zwischen Schmutz und Schutt, wie sie sich den 40 Quadratmeter großen Raum vorstellen.

"Augustiner wird's nicht geben"

Einen großen Teil des Raumes soll die Holzbar einnehmen. Hier werden an 14 Zapfhähnen und aus einem großen Kühlschrank wechselnde Biere aus Bayern und der ganzen Welt ausgeschenkt.

"Wir kennen uns in der Craft-Beer-Szene alle, deshalb werden die Brauer auch vorbeikommen und mal selbst ausschenken", sagt Tilman. Kleinbrauer – eh klar. "Augustiner wird’s nicht geben, aber sicher mal ein Helles oder Weizen von einer kleinen Landbrauerei", sagt Tilman, der sich Zeit freischaufeln will, um in seiner ersten eigenen Bar zu arbeiten. "Als Brauer werde ich hier auch meine Neuheiten anbieten und schauen, ob’s die Leut’ mögen."

Auch Max plant, mindestens einen Tag die Woche in dem Laden zu sein, der bisher unter dem Arbeitstitel "Frisches Bier" läuft. Max kennen die Münchner als Kopf vom Bündnis bezahlbares Wohnen und Wirt von der Geyerwally im Glockenbachviertel. Außer mit einer gemütliche Atmosphäre soll der neue Laden aber nicht an die Geyerwally erinnern. "Gemütlich, gelebt" soll’s ausschauen. "Die Einrichtung soll eine Geschichte erzählen", sagt Max.

Crowdfunding gestartet

Weil der Barbetrieb nur abends läuft, sind sie auf der Suche nach jemandem, der hier untertags ein Café betreiben möchte. Eine Küche gibt’s, am Abend wird’s Gerichte geben, die zu Bier passen. Wenn’s warm ist, können die Gäste draußen sitzen. Auch wer drinnen ist, soll dank einer Faltfront das Gefühl haben, draußen im schönen Schlachthofviertel zu stehen.

Um den Ausbau zu finanzieren, haben sie eine Crowdfunding-Kampagne unter www.startnext.com/frischesbier gestartet. Von T-Shirts über Brauerei-Führung bis zur Boazntour haben sie schöne Angebote für ihre Unterstützer zusammengestellt. Und lebenslang Freibier. Für 12.500 Euro kann ein Münchner einen Ring bekommen, mit dem er, so lange es frisches Bier von Tilman und Max in der Thalkirchner Straße 53 gibt, umsonst trinkt.

Weil Tilmax Bierheisler junge Burschen sind, mit deren Ableben nicht bald zu rechnen ist und sie andere Projekte schon erfolgreich gewuppt haben, könnte das bei einem durchschnittlichen Münchner Durst durchaus lohnend sein.

JETZT LESEN

2 Kommentare

Kommentieren

  1. null