gAZtro-Neueröffnung Keksliebe: Backe, backe Pobacke am Gärtnerplatz

Haben einen süßen Zahn (v.l.): Julie Bamber und Stefanie Jabs führen den Laden Keksliebe. Foto: Kramer

Bei Keksliebe gibt es besondere Plätzchen – in Formen, die oft überraschen.

München - Das Schild über dem Eingang fehlt noch, genau wie die schwarz-gestreifte Markise. Ansonsten steht oder hängt der Schneebesen in der "Keksliebe" astrein – zum Beispiel als Lampenschirm von der Decke. Und hinter der Theke des Süßwarengeschäfts in der Corneliusstraße stehen die beiden Inhaberinnen bereit für jegliche Schnaps- und Keksidee.

2013 haben Stefanie Jabs und Julie Bamber ihr Unternehmen gegründet, damals als reinen Onlineshop. "Wir haben uns vor 15 Jahren bei der Arbeit in Australien kennengelernt", sagt Jabs.

"Was man als Europäer auf Reisen vermisst, sind immer die Backwaren – im Ausland sehen die oft gut aus, schmecken aber nicht." Hier gebe es dagegen tollen Teig, bei der Optik fehle aber oft die Kreativität. Die Lösung für das Süßwaren-Dilemma steckte im Spritzbeutel: Julie Bamber, Konditormeisterin aus Manchester, sollte Zuckergießen; Eventmanagerin Jabs einzigartige Keks-Designs entwerfen.

Wer sich bei dem Zwei-Frau-Betrieb in Rollenklischees verliert, dem sei geraten, sie mit einem der überzogenen Kekse (4,90 Euro) ganz fix herunterzuschlucken. Platzerl-Vorbehalte gibt’s keine, schon gar nicht beim ersten Auftrag. "Das war ein Zündkolben für einen Industriekonzern", erinnert sich Jabs. Die Zuckerbäckerei selbst ist hartes Handwerk, und irgendwie ist immer Kekszeit. "Nach der Wiesn kommt Weihnachten, dann ist schon Valentinstag", sagt Eiweißspritzglasur-Expertin Bamber, die für eine Bestellung schon mal bis zu 1000 Kekse mit Punkten, Bierschaum oder Stethoskopen bespritzt.

Der Keksliebe-Laden am Gärtnerplatz ist vor allem als Schauraum gedacht. Durch eine Glaswand kann man der Konditorin bei der Arbeit zusehen, kurz für einen Kaffee (ab 3 Euro) vorbeischauen oder sich eine der Geschenkboxen (16,90 Euro) beschriften lassen. In Zukunft wollen die Keks-Schwestern dort auch Kurse anbieten. Ob sie sich damit nicht die Konkurrenz selbst ausbilden?

1.000 Motive zur Auswahl

Eher nicht, das Portfolio an Motiven macht ihnen so schnell keiner nach, etwa 1.000 stehen inzwischen zur Auswahl. Die beiden können nahezu jeden Formwunsch erfüllen, zuweilen mit skurrilem Ergebnis: "Einer unserer beliebtesten Kekse war Donald Trumps Kopf", sagt Stefanie Jabs. Während der Bundestagswahl hätten sie vor allem Merkel-Kekse (Stück für 6,90 Euro) verkauft, für die Wiesn machen sie Lederhosen, für Allergiker den Blumenstrauß aus Keksblüten (ab 32,50 Euro); und gerade hat eine Firma die Pobacken von Reality-Star Kim Kardashian bestellt. So vielfältig die Ausstecher sind, so minimal ist das Sortiment für die Keksbasis: Vanille- oder Schokomürbeteig, was Anderes gibt’s nicht. Braucht’s aber auch nicht!


Keksliebe, Corneliusstraße 20, Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr

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