Zur Elektro- und Schaumparty? Flipper spielen? Oder lieber ein gemütlicher Drink am Tresen? Im „Bau“ ist alles möglich

Housemusik wummert durch den Raum. Zwischen den männlichen Gästen am Tresen sitzen zwei Mädels vor orangefarbenen Longdrinks, am Flipper-Automaten zocken junge Typen, die Stehtische sind von Zweier-Runden belegt. Der Betrieb im Bau nimmt langsam Fahrt auf, „richtig los geht es erst um elf, halb zwölf“, sagt Monti Ortler. Er ist seit acht Jahren Geschäftsführer in dem Lokal, laut Eigenangabe Bayerns größte Gaybar.

Auf zwei Ebenen erstreckt sich der Bau, oben der Tresen, die Tische – und die Treppen runter je nach Veranstaltung Darkroom oder Tanzfläche. Baustellenlichter und -Schilder überall, die Treppe runter hängt ein Warnschild: verschmutzte Fahrbahn. Unten ist es, wie der Name schon sagt, zuallererst: dunkel. Stark gedimmtes, rotes Licht. Ein Tarnnetz hängt von der Decke, „das kommt weg, wenn wir Partys machen“, sagt Ortler und dreht das Licht auf: Da sind Bar und DJ-Pult, das jetzt am Samstag wieder zum Einsatz kommt, wenn die „Wild und Wechsel“ steigt. Eine Elektroparty, zu der der Bau immer bumsvoll ist mit Männern und Frauen, Homos und Heten.

Den Bau gibt’s seit 1995, vor neun Jahren hat der Besitzer gewechselt, der das Lokal vor allem ein bisschen heller gemacht hat. „Früher war das ein Leder-Fetisch-Laden, das hat sich geändert im Laufe der Jahre“, sagt Ortler. „Anderswo treffen sich oft nur die Bären oder nur Schicki-Mickis, hierher kommen alle“.

Auch Frauen, ein paar regelmäßig: „Für die ist es mal ganz angenehm, schwul auszugehen“, sagt Monti Ortler. Vor dummen Anmachsprüchen sind sie dann sicher.

Der Bau ist die ganze Woche geöffnet, dienstags gibt’s Schnaps für einen Euro, donnerstags ein Los zum Getränk, mit dem man sich mit Glück das nächste Freigetränk errubbeln kann. Freitags und samstags sind die Männer unter sich. Am letzten Freitag im Monat steigt die Schaumparty, sonntags manchmal das „Schlagertrauma“, eine Schlagerparty. „Ist zwar strange, aber beliebt“, sagt Ortler, der mit seinen tätowierten Armen nicht gerade wie ein Hansi-Hinterseer-Fan wirkt.

Er schenkt Löwenbräu vom Fass aus (0,4/3,10 Euro), reicht Franziskaner (3,40) und Becks (3,10) über den Tresen. Schnaps kostet 2,50, Longdrinks 6,50 Euro. Wer sich über die Szene informieren will, dem wird am Tresen genauso geholfen wie dem, der das nächste Bier bestellt – eine ganze Nische der Bar ist voll mit Flyern und Infobroschüren.

In der Nacht aber kommen die Leute zum Feiern. Oder zum Baggern. Dann geht’s ein Stockwerk tiefer, im Bau. 


Müllerstraße 41, täglich ab 21Uhr bis open end, www. bau-munich.de, Tel.: 26 92 08