In Riem steigt am Montag wieder der „Tag in Tracht” – mit freiem Eintritt bei zünftigem Outfit. Präsident Poth setzt unterdessen nach einem Streit über angemessene Bekleidung auf Versöhnung.

München - Schuhplattler, Goaßl-Schnalzer, Blasmusik und natürlich Dirndl und Lederhosn: Recht zünftig soll es am Montag auf der Galopprennbahn in Riem zugehen. „Unser Tag in Tracht war im vergangenen Jahr ein voller Erfolg”, sagt Rennverein-Präsident Norbert Poth, „sozusagen als Wiesn-Warm-Up.”

Weil sich der 1865 gegründete Münchener Rennverein als urbayrische Institution fühlen darf, feiern die Galopper auch in diesem Jahr das traditionsbewusste Leben im Freistaat mit einem eigenen Renntag. Nebenbei bietet der „Tag in Tracht” für den finanziell angeschlagenen Verein eine optimale Plattform für dessen Biersponsor Ayinger und Werbepartner Angermaier. „2010 kamen immerhin knapp 10 000 Leute zu uns auf die Bahn”, berichtet Rudolf Oster. Doch für Montag sorgt sich Riems Generalsekretär ums Wetter: „Gewitter und Regen sind momentan vorhergesagt, das wäre natürlich ganz schlecht für uns. Ich weiß gar nicht, wie wir das dann mit der Bühne und der Modenschau machen sollen.”

Für die Besucher gilt auf jeden Fall: Wer in Tracht kommt, erhält freien Eintritt. Natürlich werden auch „normal” gekleidete Interessierte nicht abgewiesen, einen Dresscode gibt es nicht. Das ist nicht die einzige gute Nachricht für Pferdebesitzer Patrick Bertermann, dem vor einem Monat der Zugang zu seinen VIP-Plätzen von Präsident Poth in barschem Ton verwehrt wurde – wegen angeblich unangemessener Kleidung (AZ berichtete).

Nun hat der 40 Jahre alte Online-Unternehmer, der damals ohne Krawatte und in Turnschuhen erschien, einen versöhnlichen Brief von Poth erhalten. „Ich habe mich zwar nicht entschuldigt”, stellt Poth klar, „aber ich habe geschrieben, dass ich den Vorfall bedauerlich finde. Ich wollte ihm eine Brücke bauen, damit er seine Pferde weiterhin in München lässt.”

Michael Figge, der die Pferde des derzeit in Spanien urlaubenden Bertermann trainiert, reagierte erleichtert: „Ich bin froh, dass sich Herr Poth dazu durchgerungen hat”, sagt er. „Ich konnte zwar noch nicht mit Patrick Bertermann sprechen, aber ich denke, mit diesem Brief ist die Sache für ihn erledigt.”

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