Funktionsweise, Einsatzgebiete Mehr bayerische Polizisten bekommen Elektroschockpistolen

Ein Taser verschießt kleine, durch einen Draht verbundene Pfeile. Foto: Rainer Jensen/dpa

Schießen ohne Kugeln: Elektroschockpistolen sollen verhindern, dass Polizisten in gefährlichen Situationen gleich zur echten Waffe greifen müssen. In Bayern können jetzt mehr Polizisten davon Gebrauch machen.

Nürnberg - Im Rahmen eines Pilotversuchs sollen weitere Einsatzeinheiten der Polizei mit Elektroschockpistolen ausgerüstet werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) informiert am Montag (12.15 Uhr) in Nürnberg über die Pläne. Seit 2006 werden die sogenannten Taser bei den Spezialeinsatzkommandos eingesetzt. In allen bislang rund 40 Fällen habe sich der Taser bewährt, hieß es vom Innenministerium. Mit den Elektroschockern kann ein Mensch mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht werden.

Einsatz nicht im Wach- und Streifendienst

Ein Einsatz im regulären Wach- und Streifendienst ist nach Ministeriumsangaben nicht vorgesehen. "Der Taser wird auch in Zukunft nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und bei geeigneten Einsatzlagen zum Einsatz kommen", sagte Herrmann. Die Einsatzschwelle soll der von Schusswaffen entsprechen. Die Polizeigewerkschaften unterstützen das Vorhaben.

Bei einem Taser-Einsatz schießt der Polizist aus einer Distanz von drei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Der Pfeil dringt einen Zentimeter tief in die Haut ein. Über ihn wird ein Stromimpuls mit hoher Spannung abgegeben, der auf Nerven und Muskeln wirkt. Der Taser-Einsatz ist umstritten. Bayerns Grüne kritisieren, dass die gesundheitlichen Risiken noch unzureichend untersucht seien.

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