Nach dem Eklat um eine Twitter-Nachricht hat Frankreichs Präsident François Hollande ein Machtwort in dem öffentlich ausgetragenen Familienkrach gesprochen.

Paris - Er habe seine Lebenspartnerin Valérie Trierweiler sowie seine Familie angewiesen, die Trennung zwischen privatem und öffentlichem Leben "penibel zu respektieren", sagte Hollande. Trierweiler gestand daraufhin am Sonntag ein, ihre Lektion gelernt zu haben: "Ich werde es mir künftig dreimal überlegen, bevor ich eine Twitter-Nachricht sende."

Wörtlich übersetzt sagte Trierweiler dem Sender BFM TV: "Ich werde meine Daumen siebenmal drehen, bevor ich eine Twitter-Nachricht sende." Der Hintergrund: Frankreichs 47-jährige Première Dame hatte im Juni über den Kurznachrichtendienst Twitter den Kandidaten unterstützt, der gegen Hollandes ehemalige Lebenspartnerin Ségolène Royal um einen Sitz im Parlament kämpfte. Trierweiler brachte damit ihren Gatten doppelt in Bedrängnis. Der Präsident hatte nicht nur Royal unterstützt, sondern den Franzosen auch vor seiner Wahl versprochen, seine Privatsphäre und sein öffentliches Amt strikt zu trennen - anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy, der sich mit seinem Privatleben ständig in der Presse präsentiert hatte.

Die sozialistische Spitzenpolitikerin und Mutter von Hollandes vier Kindern Royal (58) unterlag am Ende bei der Wahl zur Nationalversammlung. Obwohl Trierweilers Twitter-Nachricht nicht als ausschlaggeben dafür gewertet wurde, war der Aufschrei groß. Der gemeinsame Sohn von Royal und Hollande, Thomas, wirbelte die familiären Differenzen erst kürzlich wieder auf. Im Magazin "Le Pint" warf er Trierweiler vor, das "normale Image zerstört" zu haben, das sein Vater aufgebaut habe. Glaubt man französischen Medienberichten, dann hing der Haussegen in der Patchwork-Familie von Hollande gewaltig schief.

"Ich glaube, dass private Angelegenheiten privat geklärt werden müssen", hatte Hollande am Samstag im Fernsehinterview zum französischen Nationalfeiertag eingeräumt. "Das habe ich denjenigen gesagt, die mir nahestehen", sagte er den Sendern TF1 und France 2.

Trierweiler hat seit ihrer denkwürdigen Nachricht vom 12. Juni nicht mehr getwittert. Auch bei öffentlichen Auftritten hielt sie sich zurück. Zur pompösen Militärparade auf dem Pariser Champs-Élysées zeigte sich die Journalistin am Samstag erstmals wieder an der Seite des Präsidenten in der Öffentlichkeit.

Dass sie ihre Karriere fortsetzen wolle, verstehe er, sagte Hollande im Interview. Trierweiler schreibt für das Magazin "Paris Match". Sie werde "an meiner Seite sein, wenn es das Protokoll verlangt", beschrieb Hollande die Rolle seiner Gattin.

Trierweiler ist Frankreichs erste Première Dame ohne Trauschein. Das macht auf die Franzosen aber keinen großen Eindruck. Viele Leben in ähnlichen familiären Verhältnissen wie das Paar Hollande-Trierweiler.