Fragen und Antworten Vierschanzentournee: Der Top-Favorit kommt aus Deutschland

Die erste Station der Vierschanzentournee: Oberstdorf. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Es geht wieder los – am Samstag beginnt die Vierschanzentournee! Doch wer ist diesmal eigentlich der Favorit auf den "Goldenen Adler" und welcher Fernsehsender überträgt die Springen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Oberstdorf - Am Samstag startet die 66. Vierschanzentournee in Oberstdorf – danach folgen die traditionellen Stationen Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar). Wer in der Addition der vier Wettbewerbe die meisten Punkte sammelt, gewinnt den "Goldenen Adler" und damit die Tournee.

Wer sind die Favoriten?

Top-Favorit ist erstmals seit Jahren ein Deutscher. Richard Freitag gewann drei der sieben Saisonspringen, zuletzt belegte er die Ränge 1 - 2 - 1 - 2 - 1. Freitag fährt als erster Deutscher seit Martin Schmitt vor 17 Jahren als Führender des Gesamtweltcups zur Tournee. Direkt hinter ihm liegt Teamkollege Andreas Wellinger, ebenfalls ein Kandidat für den Gesamtsieg.

Wer kann dem DSV-Duo den Titel streitig machen?

Wahrscheinlich nur drei Springer: Der Österreicher Stefan Kraft und der Pole Kamil Stoch, die beide die Tournee bereits gewonnen haben. Und Daniel Andre Tande aus Norwegen, hinter Freitag der konstanteste Springer der bisherigen Saison.

Und die anderen Deutschen?

Vor allem Markus Eisenbichler ist für einen Podestplatz gut. Dahinter folgen mit etwas Abstand Karl Geiger und Stephan Leyhe, beide Top-15-Anwärter, sowie Pius Paschke und Constantin Schmid.

Wer kann überraschen?

Überraschungen haben bei der Tournee Tradition: Thomas Diethart und Stefan Kraft, zwei der vier letzten Sieger, waren ohne jeden Weltcup-Sieg in die Tournee gegangen. Eine ähnliche Rolle könnten vielleicht der Japaner Junshiro Kobayashi (ein Weltcupsieg) oder der Pole Dawid Kubacki (0) spielen.

Wie liefen die vergangenen Jahre aus deutscher Sicht?

Fast immer enttäuschend. Einzig Severin Freund sorgte 2015/16 für Topergebnisse, als er bei allen vier Stationen auf dem Podest (1-3-2-2) stand und sogar den Auftakt in Oberstdorf gewann. Insgesamt reichte das zum zweiten Platz hinter dem überragenden Slowenen Peter Prevc (3-1-1-1). Vergangene Saison war Markus Eisenbichler auf Rang sieben bester Deutscher. Letzter deutscher Tourneesieger ist Sven Hannawald, der 2001/02 als bis heute einziger Athlet alle vier Springen gewann.

Was ist anders?

Im Gegensatz zu anderen Weltcups wird der erste Durchgang bei der Vierschanzentournee traditionell im K.o.-Modus ausgetragen. Die 50 qualifizierten Athleten werden in 25 Paare unterteilt und treten in direkten Duellen gegeneinander an. Dabei springt der Erste der Qualifikation des Vortages gegen den 50., der Zweite gegen den 49. - und die Sieger schaffen es direkt in den zweiten Durchgang. Das gilt auch für die fünf besten Verlierer ("Lucky Loser"), die das Feld der 30 Starter im Finale auffüllen. Bei Punktgleichheit kommt der Springer mit der niedrigeren Startnummer weiter.

Eine Neuerung gibt es zudem bereits in der Qualifikation. Seit dieser Saison sind die zehn besten Springer des Gesamtweltcups nicht mehr automatisch für den Wettkampf qualifiziert. In den vergangenen Jahren hatten die Top Ten die Qualifikation oftmals ausgelassen, nun müssen sie dort antreten - und können sogar ausscheiden.

Wer überträgt?

Die ARD zeigt den Auftakt in Oberstdorf (16:30 Uhr) und das Finale in Bischofshofen (17 Uhr) live. Die ZDF überträgt aus Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck (jeweils 14 Uhr). Eurosport zeigt alle vier Springen live.

Lesen Sie auch: Sven Hannawald - "Zeit für einen deutschen Tournee-Sieg"

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