Fotos aus dem Café der Katzen Katzen und Kuchen: Die süßen Schmuse-Tiger

„Er ist der Chef im Laden“: Kater Gizmo hat es sich im Katzen-Café gemütlich gemacht. Foto: Gregor Feindt

In der Türkenstraße hat Deutschlands erstes Katzen-Café eröffnet. Hier gibt es Kaffee, vegane Mittagsgerichte und Schmuse-Tiger.

Maxvorstadt  - Jack gähnt herzhaft und rollt sich schnurrend auf seinem Kissen zusammen. Dass neben ihm gerade Schokokuchen serviert wird, interessiert den Kater allenfalls am Rande. Viel wichtiger scheinen ihm die Streicheleinheiten zu sein, die er gerade von seinem Gast bekommt. „Ich bin ein absoluter Katzenliebhaber“, meint dieser und krault Jack am Kopf. „Selbst habe ich aber keine, da ist das Café ideal.“

Denn im „Katzentempel“ gibt es Kaffee in tierischer Gesellschaft; Spielen und Schmusen mit den Katzen ist hier ausdrücklich erwünscht. Mit seinen 14 Monaten ist Jack der älteste von vier Stubentigern. Gizmo (neun Monate) ist zwar jünger, „hat aber eindeutig die Hosen an und ist der Chef im Laden“, sagt Betreiber Thomas Leidner (31) lachend. „Ich mache hier lediglich die Futterdosen auf.“

Ihre Spielkameraden sind Kätzchen Ayla (neun Monate) und der kleine Balou, mit sieben Monaten der jüngste Vierbeiner im „Katzentempel“. Und ein „Tempel“ ist das Café für die Katzen tatsächlich: Werden sie nicht gerade von Besuchern gestreichelt, können die Katzen auf Kratzbäumen toben, in Höhlen unter den Sitzbänken kriechen oder von den eigens für sie montierten Regalbrettern aus auf die Gäste herabblicken. In einer großen Kiste lagert zudem diverses Katzenspielzeug, mit dem Besucher die Katzen von ihren Kissen locken können.

„Das Wichtigste ist dabei aber der Respekt vor den Tieren“, sagt Leidner. „Die Katzen kommen an allererster Stelle, und die Gäste müssen sich an unseren Verhaltenskodex halten.“ Der besagt, dass Fotos nur ohne Blitz geschossen und die Katzen nicht gefüttert werden dürfen. Zudem sind Eltern angehalten, ihre Kinder nicht zu wild mit den Katzen toben zu lassen. „Wir freuen uns sehr, wenn Kinder kommen“, meint Leidner. „Aber die Katzen sind kein Spielzeug. Tierschutz geht hier über alles.“

Dazu gehört, dass die Katzen ein Zimmer nur für sich haben, in das sie sich zurückziehen können. Und auch bei Speisen und Getränken steht der Tierschutz im Mittelpunkt. Alle Zutaten sind fair gehandelt und rein pflanzlich. Ein Teil des Gewinns geht an den Tierschutz. Das freut auch die Gäste: „Als Vegetarierin unterstütze ich das Konzept natürlich besonders“, erklärt eine Besucherin. Eine andere merkt an: „Ich habe einige Allergien, aber die Produkte hier vertrage ich gut. Und dazu kann ich mit den Katzen spielen. Besser geht es doch gar nicht.“

Damit keine Katzenhaare im Essen landen, ist die Küche nur über eine Durchreiche mit dem Café verbunden, und alle Gerichte werden mit einer Haube über dem Teller serviert. Zudem ist Thomas Leidner jeden Morgen schon früh auf den Beinen, um selbst alle Böden zu wischen. Für den ehemaligen Börsenmakler ist das Katzen-Café mehr als ein Job: „Die Katzen sollen hier das bestmögliche Zuhause haben, sie sind wie mein Rudel, und ich vermisse sie, sobald ich abends aus der Tür bin.“

Vor der Eröffnung zog Leidner mit den Katzen eine ganze Woche im Café ein, bis er sich sicher war, dass sie sich an ihr neues Heim gewöhnt hatten.

Alle vier kommen von der Vermittlungsstelle „Rassekatzen in Not“ in Dorfen bei Erding und haben unterschiedliche Schicksale erlebt, bis sie in der Türkenstraße ihr neues Zuhause fanden. Jack etwa hat als Straßenkater bei einem Autounfall ein Bein verloren. „Diese Behinderung kompensiert er jetzt mit Schmusen“, sagt Leidner erleichtert. „Wie die anderen auch hat er keinerlei Berührungsängste.“ Und tatsächlich: Jack genießt noch immer begeistert die Zuwendung seines Besuchers und schnurrt zufrieden.

Der Einzug zwei weiterer Katzen ins Café ist schon beschlossen.

Café Katzentempel, Türkenstraße 29, Di-Sa 10-20 Uhr, So 10- 18 Uhr. Homepage: www.cafe-katzentempel.de, Facebook: „Café Katzentempel“

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