Outdoor Circuit ist Zirkeltraining in der Gruppe – an der frischen Luft. Das Konzept: Verausgaben und glücklich sein. Die AZ-Reporterin hat eine Einheit ausprobiert – und ist begeistert.

MÜNCHEN Zirkeltraining. Schlagartig fühle ich mich in meine Schulzeit versetzt. Und erinnere mich an rostrote Hartplätze aus Gummi, hastiges Umziehen in der großen Pause und Seilklettern im Sportunterricht. Und tatsächlich erwarten mich im grünen Rasen auf der Rothof Sportanlage schwere Taue. Der Unterschied: beim Outdoor Circuit-Training muss man daran nicht hinaufklettern, man schlägt damit Wellen.

Es ist Sonntagmorgen, die lange Arbeitswoche steckt in meinen Knochen und relativ lustlos trete ich unter einer drückenden Wolkendecke und drohendem Regen an die Seile heran. Zirkel-Trainer Eckhart Acker erklärt mir die Übung: In jeder Hand ein Seilende bewege ich meine Arme kräftig – ganz schön anstrengend! Aber das ist nur eine der Übungen, die beim OutdoorCircuit zu absolvieren sind. Insgesamt sind es 10 Stationen, viele mit Hilfsmitteln. Von Liegestützen, Sprints, Sprüngen – jede Übung beansprucht einen anderen Bereich, manche eher Kraft, andere mehr Ausdauer.

Knapp 20 junge Leute haben es an diesem Sonntag zum Zirkeltraining geschafft. Zuerst wärmen wir uns gemeinsam unter den wachsamen Augen von den beiden OutdoorCircuit-Veranstaltern Eberhard Schlömmer und Eckhart Acker auf.

Langsam kommt Leben in die schweren Beine! Die Trainer erklären alle 10 Übungen und den Ablauf genau. Für jede Station haben wir eine Minute Zeit, nach 30 Sekunden Pause geht es mit der nächsten weiter.

Wir finden uns in Zweierpaaren zusammen, jedes Duo startet mit einer anderen Übung. Es tönt der Pfiff und wir geben Vollgas: Kniebeuge mit Volleyball-Sprüngen, kurze Sprints, Trippelschritte in einer Leiter, Liegestütze mit Medizinball. Und immer dabei: die Trillerpfeife und Anfeuerungsrufe. Alle Teilnehmer sind konzentriert, aber haben Spaß dabei. Acker und Schlömmer verbreiten gute Laune und feuern uns zu Höchstleistungen an.

Die erste Runde durch alle 10 Stationen ist geschafft und ich bin ganz schön außer Atem. Die Arme zittern, die Oberschenkel brennen. „Kurze Pause und dann geht's weiter“, ruft Acker. Der zweite Durchlauf geht noch mehr auf die Kondition, denn die Pausen werden kürzer. Dafür sind wir schneller fertig. Am Ende ist meine Müdigkeit verflogen, ebenso wie die Unlust. Ich bin erschöpft und dreckig, aber zugleich auch fit. Der Rest des Tages kann kommen!

Gemeinsames Aufwärmen vorher, zum Abschluss Dehnen im Kreis – die nette Gesellschaft treibt einen zu besserer Leistung an und die positive Ausstrahlung der Trainer vertreibt auch die schlechteste Laune.

Das Zirkeltraining gibt es auch an der Isar. Falls sich der innere Schweinehund meldet, weiß ich, wo ich in Zukunft gute Laune bekommen kann – egal, ob es regnet oder nicht.

Info und Anmeldung: www.outdoorcircuit.com. Termine Isar, am Trimm-Dich-Pfad in den Isarauen, nördlich der Candidstraße: Montag 18-19, 19.15-20.15 Uhr, Mittwoch 19-20 Uhr. Termine Rothof, Denninger Str. 120: Dienstag 19-20 Uhr, Donnerstag 19.15-20.15 Uhr. Kosten: Probetraining kostenlos, 6er-Karte ab 65 Euro.