Fitness für den Kopf Fremdsprachen im Alter lernen: Wozu und wie

Auch ältere Menschen können noch neue Fremdsprachen erlernen. Foto: dpa

Es ist nie zu spät eine neue Sprache, zu lernen. Gerade für ältere Menschen ist es die perfekte Möglichkeit das Gehirn fit, zu halten.

München - Beim nächsten Spanienurlaub im Restaurant den Kellner mit den eigenen Sprachkenntnissen beeindrucken oder auf dem türkischen Basar in der Landessprache feilschen. Das Erlernen einer Fremdsprache bringt viele Vorteile mit sich. Für Reisen, um soziale Kontakte zu knüpfen oder, weil es schon immer den Wunsch gab, mehr über andere Kulturen und deren Sprache zu erfahren. Die Motive für das Erlernen einer neuen Sprache sind so vielfältig wie die Sprachen selbst. Dennoch zögern viele Menschen mit über 50 Jahren noch einmal mit einer komplett neuen Sprache zu beginnen. Dabei verfügt man auch und gerade in diesem Alter über wichtige Grundvoraussetzungen wie Disziplin, Geduld und Ausdauer. Die nötige Zeit ist ebenfalls vorhanden und es ist auch kein Problem, wenn man es gemütlich angeht.

Erfahrenere Menschen können sogar viele Vorteile haben, so verfügen sie oftmals schon über Strategien, Techniken, Assoziationen und Eselsbrücken, die sich als äußerst hilfreich erweisen können. Die nachlassende Gedächtnisleistung beeinflusst das Sprachenlernen dagegen kaum, da bei dieser Aktivität hauptsächlich das Langzeitgedächtnis benötigt wird und sich der Alterungsprozess im Wesentlichen auf das Kurzzeitgedächtnis auswirkt.

Eine bedeutende Erkenntnis aus der Lernpsychologie besagt derweil, dass vorhandenes Vorwissen enorme Auswirkungen auf den Lernerfolg hat, auch hiervon profitieren Senioren.

Tipps und Hinweise

 

Eine gute Voraussetzung für erfolgreiches Lernen wird geschaffen, indem man sich bewusst macht, welcher Lerntyp man ist. Zunächst gibt es den auditiven Typ. Solche Lerner nehmen neue Informationen besonders gut durch Hören auf. Der visuelle Typ sieht lieber, während der haptische Typ von Anwendung und Bewegung im Lernprozess profitiert. Das kann auch durch Umhergehen oder Gestikulieren umgesetzt werden. Der kommunikative Typ schließlich lernt am effektivsten durch die Interaktion mit anderen. Diese Lerntypen sind nicht trennscharf und in jedem Fall ist es sinnvoll mehrere Sinne einzusetzen.

Allgemein gilt, man sollte sich Zeit lassen und die Motivation hochhalten. Es empfiehlt sich beispielsweise mit einem persönlich bedeutsamen Wortschatz anzufangen. Um eine möglichst authentische Aussprache zu erreichen, bietet es sich entweder an, einen klassischen Präsenzkurs zu besuchen oder multimediale Angebote zu nutzen. Auch gemeinsames Lernen wirkt sich förderlich aus.

Entscheidet sich der Partner ebenfalls die Sprache zu lernen, könnte man vereinbaren, sich abends ausschließlich in der Fremdsprache zu unterhalten. Ein Auslandsaufenthalt mit ergänzendem Sprachkurs bewirkt wahre Wunder und als Ziel der Lernanstrengungen erhöht er auch die Motivation als entscheidende Voraussetzung für den Lernerfolg.

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