Film "Fikkefuchs" polarisiert Von MVG verboten: Ist dieses Plakat zu versext für München?

Das Plakat des Anstoßes: Ist der Fikkefuchs für München zu freizügig? Foto: Fikkefuchs

Die MVG lässt in ihren U-Bahn-Stationen Plakate zum Kinofilm "Fikkefuchs" abhängen, weil diese zu frivol, direkt gesprochen, zu versext sein sollen. Die Filmproduzenten reagieren prompt auf Facebook - mit einer Social-Attacke auf die MVG.

München - Freizügigkeit ist eigentlich eine Eigenschaft, die problemlos mit München in Verbindung gebracht wird. Nein, gemeint sind nicht auschweifende Rotlicht-Viertel wie der Hamburger Kiez oder, kleiner, die Antoniusstraße in Aachen.

Vielmehr sind Nacktbaden und -flanieren keine Seltenheit in der bayerischen Landeshautpstadt, im Englischen Garten, am Flaucher an der Isar oder am Feringasee. Gleichzeit gilt München als weltoffen und sexuell tolerant. Es sei nur an den Fasching im Glockenbachviertel erinnert.

MVG lässt "Fikkefuchs"-Plakate entfernen

Die MVG kommt da vergleichsweise spießbürgerlich und konservativ daher. Denn: Die Verkehrsgesellschaft ließ nun vermeintlich anzügliche und frivole Kinoplakate in ihren U-Bahnhöfen und deren Zugängen verbieten. Mit den Plakaten sollte der Film "Fikkefuchs" beworben werden, der kommenden Montag in die Kinos kommt.

Zu sehen ist der nachgezeichnete Intimbereich einer Frau auf Hüfthöhe, verdeckt durch einen Fuchskopf. Vom Intimbereich ist damit im Grunde gar nichts zu sehen, zumal das Plakat keine reale Frau zeigt, sondern nur eine Zeichnung. Doch der MVG war das offenbar schon zu viel.  

"In der U-Bahn kommt die Werbung einem viel näher, man kann ihr schlechter ausweichen – gerade auch mit Kindern. Das hat zu unserer Ablehnung geführt", sagte Sprecher Matthias Korte der Bild. Die "Fikkefuchs"-Produzenten reagierten umgehend.

"Fikkefuchs"-Produzenten wettern gegen MVG 

"Angesichts unserer angeblich super-liberalen und verpornten Gesellschaft wundert man sich schon manchmal wie prüde und verklemmt wir eigentlich sind. Keine Nippel auf Facebook, immer weniger FKK-Strände und kein 'Fikkefuchs'-Plakat in München und Frankfurt", sagte Produzentin Saralisa Volm der Bild. "Ich glaube es ist an der Zeit wieder einen offeneren Umgang mit unserer Sexualität zu finden, fernab der Oberflächlichkeiten."

Zudem riefen die Produzenten dazu auf, ein Bild des Plakats bei Facebook zu teilen und zum Beispiel mit der MVG zu verlinken. Jetzt bekommt die MVG dafür also auch noch Kritik in den sozialen Medien ab. Für die Produzenten von "Fikkefuchs" ist die Geschichte wohl letztlich vielmehr ein PR-Coup.

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