Bayern-Präsident Uli Hoeneß, einer von Sepp Blatters größten Kritikern, prophezeit ein baldiges Ende der Amtszeit des Fifa-Präsidenten. Politiker fordern die Aberkennung des Verdienstkreuzes.

UNTERSCHLEISSHEIM Fifa-Präsident Sepp Blatter präsentierte sich nach der Sitzung des Exekutivkomitees in Zürich als Reformator und erklärte die Einsetzung der Ethikkommission (mit dem Münchner Richter Joachim Eckert an der Spitze). Zu Fragen nach seiner Zukunft sagte der 76-Jährige: „Wenn man mich nicht mehr will, dann sage ich: Dankeschön, ich haben meine Arbeit geleistet. Dann stehe ich auf und gehe. Ohne Wenn und Aber.”

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Theo Zwanziger, Mitglied des Fifa-Führungsgremiums, stellte sich vor Blatter: „Aus Sicht der Fifa-Exekutive ist er absolut tragbar. Der Reformprozess wäre gar nicht weitergegangen ohne ihn.” DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagte: „Das Wort Rücktritt wird keine Initiative des DFB werden, so anmaßend sollten wir nicht sein.” Deutsche Politiker forderten hingegen, Blatter das Bundesverdienstkreuz abzuerkennen.


Uli Hoeneß, ein Kritiker Blatters, fand am Rande einer Spendenübergabe für die „Aktion Kinderträume” in Unterschleißheim deutliche Worte. Der Bayern-Präsident über:

...seine angebliche Geburtstags-Wette, dass Blatter das Jahr nicht als Fifa-Chef überstehen werde: „Ich habe auf meiner Geburtstagsfeier was anderes zu tun als über das Schicksal von Herrn Blatter zu wetten. Woher er diese Meinung hat, ist mir schleierhaft. Unabhängig von der Wette: Der 31.12. ist noch nicht da, also hat er noch genug Zeit, das wahr werden zu lassen, was er angedeutet hat. Es sieht nicht gut aus für ihn.”



...Blatters Auftritt in Zürich: „Da hat er nicht gut ausgeschaut. Endlich trauen sich ein paar Leute von der internationalen Journaille, ihn zu attackieren. Das was er da heute an Komitee vorgestellt hat, ist ja nicht mal das Papier wert, worauf es geschrieben ist. Ein Neuanfang in diesem Verband geht nur ohne ihn – und sonst gar nicht. Heute hat er angeschlagen ausgesehen.”

...die Rolle von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Er hat sich klar positioniert. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Haltung des DFB und der Liga in diesem Fall ist eindeutig, und die werden wir von Seiten des FC Bayern klar unterstützen.”


...das ISL-Urteil: „Das Urteil hat unsere Vermutungen bestätigt. Die Luft wird sehr, sehr dünn für Herrn Blatter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Amtszeit übersteht, geschweige denn, was er vorhat: nochmal zu kandidieren. Das wäre der Witz des Jahres.”


...das System Blatter: „Man kann nicht erwarten, dass die, die jahrelang vom System Blatter profitiert haben, ihm jetzt das Messer reinstoßen. Ich könnte Ihnen fünf, sechs, acht Namen nennen, die da betroffen sind. Ich sehe für ihn keine große Chance zu überleben.”