Feuerwehr mit 60 Mann im Einsatz Bilder und Video: Großbrand zerstört Kulturpavillon

, aktualisiert am 13.03.2017 - 17:09 Uhr
Der Kulturpavillon ist komplett ausgebrannt. Foto: Feuerwehr

Am Romanplatz hat am Montagmorgen der Kulturpavillon Feuer gefangen. Die Feuerwehr war mit 60 Mann vor Ort.

München - Ein paar Balken schwelen noch, der Brandgeruch liegt über der Straße und der Löschschaum glänzt in der Sonne wie besonders widerspenstiger Schnee. Am frühen Morgen schlugen hier noch die Flammen meterhoch aus dem Flachbau an der Arnulfstraße, die dichte Rauchsäule war weit zu sehen.

Gegen 7:30 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein – ein 29-jähriger Mann hatte im Vorbeifahren den Qualm gesehen. Zehn Minuten später war die Feuerwehr vor Ort, mit 15 Fahrzeugen und 60 Mann im Einsatz, um die Flammen zu löschen, sperrte dafür zeitweise die Arnulfstraße zwischen Romanplatz und Steubenplatz in beide Richtungen.

Den Kulturpavillon konnte sie aber nicht retten: Der Flachbau, der zu großen Teilen aus Holz bestand, ist ausgebrannt.

"Wir sind tief bestürzt - wie es weitergeht, wissen wir nicht."

Kurz vor 12 Uhr mittags waren die Löscharbeiten offiziell beendet, alle zwei Stunden fuhren die Feuerwehrler noch zur Nachsicht zum Pavillon. Das Feuer dürfte nach bisherigen Feststellungen in einer im Südteil gelegenen Nische entstanden sein. Die Brandursache war gestern noch ungeklärt, die Branddirektion der Polizei ermittelt.

Menschen wurden durch das Feuer nicht verletzt. Der Sachschaden beträgt aber einige Hunderttausend Euro.

Bis 2009 war in dem Pavillon die Stadtteilbibliothek untergebracht, 2010 zog der Verein für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg ein. Seitdem fanden regelmäßig Ausstellungen, Musik-, Tanz- und Theatervorführungen, Workshops, Vorträge und Lesungen statt.

Am Samstag fand noch eine private Feier statt, für den 1. April war die nächste Veranstaltung geplant: der Neuhauser Bandcontest. "Wir sind tief bestürzt", sagt Wolfgang Schwirz, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Stadtteilkultur. "Wie es weitergeht, wissen wir nicht."

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Trotz des massiven Löschvorgangs konnte die Feuerwehr den Pavillon nicht retten. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Zur Brandursache konnten weder Polizei noch Feuerwehr am Vormittag Angaben machen.

"Einen vergleichbaren Ort gibt es hier in der Gegend nicht"

Der Verein wurde 2007 gegründet, damit auf Drängen des Bezirksausschusses ein Kulturraum im Stadtteil betrieben werden konnte. Ein solcher Kultursaal ist ab 2018 im „Neuhauser Trafo“ in der Nymphenburger Straße geplant – einem Neubau, in dem auch die Stadtteilbliothek untergekommen ist. Der Pavillon diente bis zur Eröffnung des Saals als Zwischenlösung. „Wie und wo wir die Kulturarbeit weitermachen, müssen wir jetzt besprechen“, sagt Schwirz. „Wir wollen sie natürlich nicht einstellen bis zum nächsten Jahr.“

"Unglaublich ist das", sagt auch Bernd Schubert und steht kopfschüttelnd vor dem verkohlten Gebäude. Er ist in einem der Häuser gegenüber aufgewachsen und lebt heute drei Straßen entfernt. "Als Kind habe ich mir in der Bibliothek im Pavillon Micky-Maus-Hefte ausgeliehen, später dann Literatur fürs Abitur.", sagt er. "Seit der Kulturverein eingezogen ist, war hier immer was los. Wenn ich abends auf dem Heimweg vorbeigefahren bin, waren dort immer Menschen."

Orazio Vallone, ein anderer Anwohner, gehört zu den Menschen, die das Angebot des Kulturpavillons aktiv genutzt haben: Der Kulturverein "Rinascita", den der gebürtige Italiener mit gegründet hat, hat vor drei Jahren dort eine Ausstellung organisiert über italienische Künstler in Bayern. "Das ist so schade", sagt er. "Einen vergleichbaren Ort gibt es hier in der Gegend nicht."

Wie es mit dem städtischen Grundstück weitergeht, ist immerhin schon klar: Sobald der Kulturverein ausgezogen wäre, sollte dort ein neues Alten- und Servicezentrum entstehen.

Die Löscharbeiten sehen Sie hier im Video:

Am ersten April sollte hier der dritte Neuhauser Bandcontest starten.

Hier befindet sich der Kulturpavillon:

 

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