Drei Wochen nach dem grausamen Verbrechen hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder der jungen Frau festgenommen. Der Teenager aus Obersendling soll sein Opfer zufällig ausgewählt haben.

München - Wochenlang hat jede heiße Spur gefehlt für die grausame Tat, die München schockierte. Jetzt hat die Polizei den mutmaßlichen Mörder der 31-Jährigen geschnappt - und ist nach AZ-Information relativ sicher, dass sie den richtigen hat: 

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Wie die Polizei in der Pressekonferenz am Freitag mitteilte, war der Tatverdächtige am Donnerstag im Rahmen der Ermittlungen der Soko „Aidenbach“ überprüft worden. Zivilkräfte der Polizeiinspektion 29 (Forstenried) nahmen den 19-Jährigen in dessen elterlicher Wohnung in der Boschetsriederstraße fest. Die liegt in der Nähe des Tatortes, kreuzt die Halskestraße, in der Katrin Michalk wohnte.

Durch den Hinweis eines Kollegen war die Soko „Aidenbach“ auf den Tatverdächtigen aufmerksam geworden: Dem war der Tatverdächtige im Rahmen anderweitiger Ermittlungen bezüglich möglicher Gewaltfantasien aufgefallen. Im Internet zockte der mutmaßliche Täter das Rollenspiel "Final Fantasy". Seine Figur dort ist ein mittelmäßiger Schwertkämpfer - dafür hatte der junge Mann eine Schwäche.

„Er hatte damit geprotzt, dass er sich eine Waffe anschaffen und einen Überfall begehen will“, sagte Kraus. Bei einer Überprüfung des Mannes habe sich aber kein Hinweis auf eine bevorstehende Gewalttat ergeben.

Dem Verdächtigen wird Mord aus Heimtücke vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft beantragte die vorläufige Unterbringung in der Psychiatrie.

Ein Polizist erinnerte sich an den Fall und gab kürzlich der Mordkommission den entscheidenden Tipp, den jungen Mann einmal aufzusuchen. In dessen Zimmer wurden dann der abgebrochene Griff des Tatmessers sowie blutige Kleidung gefunden. Die DNA seiner Speichelprobe stimmte mit dem am Tatort gesichertem Material überein.

Ein Abgleich der von ihm abgegebenen Speichelprobe mit vorhandenem, tatrelevanten DNA-Material im Institut für Rechtsmedizin der LMU München ergab eine Übereinstimmung.

Im Rahmen seiner ersten Vernehmung bei der Mordkommission München räumte der Tatverdächtige die Tat weitgehend ein. Am Freitagnachmittag wird der 19-Jährige dem Ermittlungsrichter zur Entscheidung der Haftfrage vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft München I wird Haftbefehl wegen Mordes beantragen.

Nach AZ-Informationen hatte das Opfer auf dem Heimweg vom Fitnessstudio den kürzesten Weg von der U-Bahn-Station Aidenbachstraße genommen. Der hatte es direkt am Wohnhaus des zukünftigen, mutmaßlichen Mörders vorbeigeführt: In der Boschetsriederstraße wohnt der Tatverdächtige zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern.

 

Lesen Sie hier: Die Chronologie des Mordfalles Michalk

 

Als Motiv hat der inzwischen 19-Jährige angegeben, er habe gehofft, auf diese Weise an eine neue Wohnung zu kommen. Persönlich gekannt habe er die Frau nach AZ-Information nicht. Er sei ihr einfach auf der Straße nachgegangen und in den Hauseingang gefolgt, wo er sie schließlich getötet habe.

„Er hat sich wirklich vorgestellt, wenn er jetzt eine Person tötet, dann könnte er in deren Wohnung leben“, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Markus Kraus. Die Bluttat sei nicht länger geplant, sondern eher spontan gewesen.
 

Das bestätigt die Vermutung der Polizei, der Täter habe sein Opfer rein zufällig ausgewählt und es habe keine Beziehung vorher bestanden. 

 

Lesen Sie hier: Katrin Michalks letzte Worte

 

Die 31-jährige Katrin Michalk war am 4. Januar im Eingang des Mehrfamilienhauses in Obersendling mit 18 Messerstichen getötet worden, als sie aus dem Fitnesstudio nach Hause gekommen war.

Die Ermittlungen dauern an.

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