Uli Hoeneß spricht davon, dass Jupp Heynckes beim FC Bayern weiter machen wollte - weil man aber die Möglichkeit sah, Pep Guardiola zu bekommen, kam man dem 67-Jährigen zuvor.

München - Uli Hoeneß stand vor einer Fototapete und über seine Schultern lugten, neben anderen ehemaligen Bayern-Trainern, auch Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal, und der Präsident des FC Bayern versuchte, dem ZDF den Trainerwechsel von Jupp Heynckes auf Pep Guardiola zu erklären.

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"Wir haben mit Jupp Heynckes natürlich einen fantastischen Trainer, aber es gab jetzt die Möglichkeit, Pep Guardiola nach seinem Jahr 'sabbatical' in New York zu verpflichten und wer weiß, wann das wieder möglich ist. Deshalb hat sich der Verein entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen", sagte Hoeneß - was nicht nach der bisherigen Sprachregelung klang, dass man erst Heynckes Entscheidung pro Karriereende abgewartet habe.

"Jupp war relativ früh informiert, dass es Kontakt zu Guardiola gibt", fuhr Hoeneß fort. Und sagte dann: "Natürlich hätte er, glaube ich, gerne ein Jahr weiter gemacht, aber er hat sich am Ende doch entschieden, dass jetzt so zu machen. Wir sind ihm sehr dankbar, dass er uns diese Möglichkeit ermöglicht und kein Theater gemacht hat."

Ganz klar habe Heynckes zwar nicht formuliert, dass er weitermachen wollte, aber: "Man hatte schon das Gefühl: Wenn wir Druck gemacht hätten, hätte er sich sicherlich erweichen lassen." Nun wird sich der scheidende Bayern-Coach ab 1. Juli anderen Themen widmen müssen.

Der FC Bayern würde den 67-Jährigen gerne in beratender oder repräsentativer Form an den Verein binden, Heynckes hat sich laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge aber Bedenkzeit erbeten.

Guardiola wurde unterdessen von Hoeneß in höchsten Tönen gelobt. "Er ist ein Mann, der nicht unbedingt nur auf das Geld schaut. Er hat klare Vorstellungen vom Leben und vom Fußball. Er ist ein Mensch, der über den Tellerrand hinaus schaut. Da hat ihm der FC Bayern von seiner Philosophie her offensichtlich am besten gefallen."

Als Jahresgehalt stehen 17 Millionen Euro brutto im Raum - so schreiben es zumindest spanische Zeitungen. "Er wird nicht am Hungertuch nagen", sagte der Bayern-Präsident: "Er hätte woanders aber bestimmt das Doppelte verdienen können." Der FC Chelsea hat angeblich 22 Millionen Euro Jahresgage geboten - die Hälfte davon wären also elf Millionen Euro.

Für das letzte Heynckes-Halbjahr befürchtet Hoeneß derweil keinen Leistungsabfall: "Ich bin ganz sicher, dass der Trainer und die Mannschaft so viel Charakter haben, dass sie das letzte halbe Jahr toll durchziehen."

 

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