FC Bayern Kritik an Gomez: Sammer kontert Hoeneß
sid, 04.08.2012 21:38 Uhr
Kritik an Gomez: Sammer kontert Hoeneß mit deutlichen WortenFoto: Rauchensteiner/Augenklick
Sammer kontra Hoeneß: Bayerns Sportdirektor hat die Kritik von Uli Hoeneß an Mario Gomez deutlich zurückgewiesen: "So richtig hat uns das nicht gefallen"
Hamburg - Bayern Münchens Sportdirektor Matthias Sammer hat die Kritik von Präsident Uli Hoeneß an Stürmer Mario Gomez mit deutlichen Worten zurückgewiesen. "Der Präsident hat alle Rechte, aber so richtig hat uns das nicht gefallen. Das ist doch klar", sagte der Europameister von 1996 am Rande des Liga-total!-Cups bei Sat.1.
Die Kritik an Nationalstürmer Gomez ziehe sich "seit der Europameisterschaft wie ein Kaugummi. Aber ich werde nicht zulassen, dass ein Spieler von Bayern München öffentlich kritisiert wird", meinte Sammer: "Der Präsident ist eine Persönlichkeit, die diesen Verein sehr geprägt hat, aber wie er selbst sagt, wenn wir den Schritt von gut zu sehr gut machen wollen, müssen wir das in allen Teilen des Vereins machen."
Gomez habe wie jeder Stürmer Stärken und Schwächen: "Aber Mario trainiert engagiert, er ist heiß und griffig, und wir müssen ihm wieder mehr Vertrauen geben. Er ist bei uns eine Konstante, natürlich muss er auch den Beweis antreten."
Hoeneß hatte Gomez bewusst öffentlich kritisiert, "als die letzte Möglichkeit, dass es besser wird". Man müsse dem Nationalspieler ein "gewisses Phlegma" austreiben, "ob es richtig war, werden wir in drei Monaten sehen." Hoeneß räumte nach seiner verbalen Attacke immerhin ein, dass dies "ein gewagter Weg" sei. "Das kann man nicht jeden Tag machen, vielleicht nur alle zwei Jahre mal. Aber wenn du so etwas machst, hast du ja noch die Hoffnung, dass sich was ändert", sagte Hoeneß der Süddeutschen Zeitung.
Vor Sammer hatte sich schon Trainer Jupp Heynckes demonstrativ vor Gomez gestellt. "Man darf die Dinge nicht überbewerten, ich sehe das ganz gelassen", sagte der 67-Jährige. Hoeneß versuche immer, "Spieler zu animieren, manchmal auch zu provozieren. Er meint, das würde heute noch genau so funktionieren wie vor 10, 15 oder 20 Jahren. Aber es ist eine andere Situation".


@ shooter
Ich stimme dir völlig zu, wenn du sagst, dass es daneben ist, einzelne Spieler öffentlich für Niederlagen verantwortlich zu machen. Das machen im Prinzip nur Ahnungslose, die die Betreffenden dann einfach persönlich nicht mögen. Das wird hier kaum Hoeneß' Motiv gewesen sein, er wollte laut eigener Aussage Gomez ja wohl nur kitzeln. Auch sonst stimme ich dir in allen Punkten zu, mit einer Ausnahme: Es gibt den alten Spruch, dass große Spiele von großen Spielern entschieden werden. Das hat m.E. immer noch Gültigkeit. Schau dir nur die EM an: Im EM-Halbfinale hält Casillas halt die entscheidenden Elfmeter, auf einmal kommt ein Torres wieder aus der Versenkung, von Xavi/Iniesta ganz zu schweigen. Von Drogba habe ich schon gesprochen und im EL-Finale entscheidet auch ein Falcao das Spiel. Welches große Spiel hat Gomez in seiner Karriere schon entschieden? Natürlich war da das 2-1 gegen Madrid oder das 1-0 gegen Portugal bzw. Holland, aber die ganz großen Partien? Ich sage ja auch, dass Gomez' Torquote beeindruckend und er gewiss kein Blinder ist, aber es fehlt eben wie bereits erwähnt diese Charakterstärke, einen Rückstand auch mal selbst zu drehen. Wenn es gut läuft, ist auch Gomez ganz vorne dabei und zeigt seine Qualitäten, aber wenn es mal nicht so läuft, taucht er ab. Das ist der große Unterschied zwischen den guten und den sehr guten Spielern, Gomez ist in meiner Sicht (noch) 'nur' gut.
@ Feierbiest: Hoeneß schadete unserem FCB mehr als er ihm nutzt
@ Feierbiest, ich lese Deine Kommentare meistens ganz gerne, aber hier liegst Du falsch. Es ging nicht darum, das niedermachen eines einzelnen Spielers wie Gomez durch den Präsidenten zu krtisieren, um dann mit Robben doch wieder einen Spieler herauszugreifen. Der zentrale Punkt ist, dass Gomez von Hoeneß für die Niederlage im CL-Finale verantwortlich gemacht wurde und das ist doch voll daneben. Wenn man einen einzelnen Spieler anprangern wollte, dann Robben, der mindestens zwei hundertprozentige Chancen versiebte, darunter ein Elfmeter in der regulären Spielzeit. Aber auch das wäre natürlich nicht fair, weil immer die gesamte Mannschaft gewinnt oder verliert. Ohne Gomez, der nach Messi zweitbester Torjäger der CL war, wäre unser FCB gar nicht ins Finale gekommen. Wie sehr Deine Vergleiche mit anderen Strümern hinken, zeigt ein Blick auf Messi. Messi vergab in den Halbfinalspielen Barcelonas gegen Chelsea gleich eine ganze Reihe glasklarer Chancen und Barcelona ist ausgeschieden. Zu Recht gibt aber niemand Messi die Schuld. Dein Hinweis auf Balotelli wundert mich. Denn der hat doch nur gegen uns gut getroffen und zwar - wie Du richtig sagst - wegen der völlig verunglückten Taktik des Bundestrainers Löw. In anderen Spielen wurde Balotelli sogar wegen erbärmlich vergebener Chancen verhöhnt. Das Problem, welches ich bei unserem FCB sehe, ist unter anderem das unter Heynckes zu langsame Überbrücken des Mittelfeldes. Denn dadurch ist es noch schwerer, gegen ein so defensivstarkes Team wie Chelsea Tore zu schießen. Chelsea machte die Mitte hinten komplett dicht, wodurch es ein Mittelstürmer noch schwerer als sonst hat. Zudem sind Ribery und Robben nicht gerade die Flanken- und Passgeber für den Mittelstürmer, sondern suchen häufig selbst den Abschluss. In der CL-Saison 12 Tore in 13 Spielen zu schießen, wie das Gomez machte, muss man erst mal schaffen. Ich finde, dass mehrere andere Spieler in der letzten Saison schlechter als Gomez waren, der insgesamt eine wirklich gute Torquote hatte. Neben dem zu langsamen Spielsystem des Trainers war ein großes Problem, dass man die Mannschaft nicht gut genug besetzt hatte, so war z. B. die Bank zu schwach bestückt. Es fehlten Alternativen und hochkarätige Einwechselmöglichkeiten. Boateng für die Innenverteidigung zu holen, war auch nicht gerade die beste Idee. Und dass sich Schweinsteiger mehrfach verletzte und deshalb seine gewohnte Form nicht fand, dazu kann niemand etwas. Hoeneß soll sich endlich aus dem operativen Geschäft raushalten, denn er ist freiwillig und auf eigenen Wunsch Präsident geworden. Sammer ist ein guter Mann und hat Vertrauen verdient. Ihn muss man jetzt mal machen lassen.
gebt hoeneß die zeit
..er muss und wird sich langsam daran gewöhnen,von seinem 'rot-weissen baby' loszulassen,und anderen die öffentlichkeitsarbeit(z.b.die kritik an den spielern),das wesentliche-das fussball spielen,und die führung des vereins zu überlassen.hoeneß muss ja nicht zum chillpapst werden und in seinem austragsstüberl däumchendrehend versauern,langsam wirds aber zeit das haus fcb zu lebzeiten an die nächste generation weiterzugeben.werd scho präse!