3:1! Halbfinale! Der FC Bayern kann weiter vom neuerlichen Champions-League-Triumph träumen. Sie lagen 0:1 hinten – doch das war ein Weckruf. Mandzukic, Müller, Robben: 3 Treffer in 17 Minuten

MÜNCHEN Wehe, wenn sie gereizt werden!

Der FC Bayern steht – vor allem dank Manchester United – im Halbfinale der Champions League und kann weiter von der Triple-Verteidigung träumen. Doch es brauchte erst den Führungstreffer Uniteds, den Evra-Hammer in der 57. Minute, dieses perfekt in den Winkel eingeschweißte Ding des United-Außenverteidigers, um die Bayern endlich wieder zum FC Bayern werden zu lassen.
Nach dem Gegentor drehten sie auf, gewannen verdient mit 3:1 Und ziehen damit ins Halbfinale ein – in dem sie auf Real Madrid, den FC Chelsea oder Atlético Madrid treffen können, das gestern Abend sensationell den FC Barcelona ausschaltete (Auslosung am Freitag).

Und auch die Bayern mussten zittern. Mindestens 69 Sekunden lang. 69 Sekunden nach dem Führungstreffer für United, 69 Sekunden nach dem Schock gelang Franck Ribéry endlich mal wieder eine maßgeschneiderte Flanke, die direkt auf den Schädel von Mario Mandzukic flog, der den Ball ebenso maßgeschneidert im Tor unterbrachte. Elf Minuten später passte dann Arjen Robben ebenso scharf wie präzise auf Thomas Müller, der einmüllerte wie einst der Gerd. Müller macht’s! Den Schlusspunkt setzte dann Arjen Robben, in der ersten Halbzeit mit schlimmen Alleinikov-Rückfällen aufgefallen, in der 76. Minute mit seinem Tor von der Strafraumkante.

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Drei Treffer in 17 Minuten – es war die Rückkehr der Kannibalen-Fußballer in Rot. Die Rückkehr der Gnadenlos-Bayern. Doch es war ein weiter Weg, bis es endlich hieß: Bye Bye Manchster.
Nach der ersten Halbzeit musste man gar Schlimmstes vermuten. Kein einziges Mal hatten die Bayern da aufs Tor von United-Keeper David de Gea geschossen. Obwohl Pep Guardiola sie – auf dem Papier – noch offensiver als sonst aufgestellt hatte, spielten sie einen merkwürdigen Baukasten-Fußball, bei dem die Pässe nicht ankamen – oder sich die Offensivkräfte rund um den Strafraum gegenseitig auf den Füßen zu stehen schienen.

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Hinter, neben und vor Stürmer Mario Mandzukic dribbelten, passten und standen sich da Thomas Müller, Mario Götze, Franck Ribéry, Arjen Robben und Toni Kroos im Weg herum. Müller hatte bis zu seinem Tor nur fünf Ballkontakte. Dazu Kapitän Philipp Lahm, nominell als Außenverteidiger aufgestellt, als ziemlich zentral agierender stürmender Außenverteidiger.

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Was beim Hinspiel oft wie Handball wirkte, sollte im Rückspiel besser werden. Noch mehr Offensiv-Power für mehr Torchancen und mehr Tore. Das war der Plan Guardiolas. Ein Plan, der zunächst nicht aufging.

Und Manchester war von Anfang an brandgefährlich. In der Abwehr standen sie massiert, vorne gewann Superstar Wayne Rooney sehr viele seiner Duelle gegen seinen persönlichen Kettenhund Kroos.

Und dann kam sie, diese schicksalhafte 57. Minute, Antonio Valencia Flanke. Paterice Evra! Lahm dreht sich mal gnädig weg! „Ein sagenhaftes Tor“, sagte Fritz von Thurn und Taxis bei Sky.

Doch dieses Traumtor der Engländer war wie ein Weckruf für die Bayern, die sich plötzlich daran erinnerten, wer sie eigentlich sind. Der aktuelle Champions-League-Sieger. Und was sie wollen: die erfolgreiche Titelverteidigung. Und dann taten sie endlich alles dafür, um diesem Ziel, das noch keiner erreicht hat, einen Schritt näher zu kommen.

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