Dank Arturo Vidal dominiert der FC Bayern das Mittelfeld gegen Dortmund. „Er hat das Spiel an sich gerissen!“ Thiago wird nicht vermisst.

Dortmund - Nicht mal eine Minute war im mitreißenden Klassiker zwischen Dortmund und dem FC Bayern gespielt, als allen Betrachtern vor Augen geführt wurde, welcher Spieler diese Partie entscheidend prägen sollte: Tief in der gegnerischen Hälfte setzte Arturo Vidal zu einer Grätsche an, behinderte den Dortmunder Aufbau und richtete sich danach wie ein Feldherr auf, als wolle er sagen: Bis zu mir und nicht weiter! Dies blieb Vidals Motto über die gesamte Spielzeit, in der der Chilene demonstrierte, warum er zu den komplettesten und begehrtesten Mittelfeldspielern der Welt gehört.

„Er hat das Spiel an sich gerissen“, erkannte nicht nur der Ex-Dortmunder und jetzige Sky-Experte Christoph Metzelder. Vidal war omnipräsent, er gewann defensiv wichtige Zweikämpfe (insgesamt die Hälfte seiner direkten Duelle), er ordnete und beherrschte gemeinsam mit Xabi Alonso das defensive Mittelfeld. Und er zeigte sich torgefährlicher als jeder andere Spieler auf dem Platz – obwohl die beiden Torgiganten Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang ebenfalls mitspielten. Arturo, der Alleskönner.

 

Vidal überforderte die Dortmunder Abwehr mehrfach

 

Mit einem Kung-Fu-Schuss verpasste Vidal das frühe 1:0, (18. Minute), dann köpfte er am Tor vorbei (55.), ehe er die beste Chance der zweiten Halbzeit vergab, weil BVB-Keeper Roman Bürki seinen Rechtsschuss aus kurzer Distanz mit einem Weltklassereflex an die Latte lenkte (64.).

Vidals Vorstöße überforderten die Dortmunder Defensive mehrmals, dieser Tordrang aus der Tiefe heraus hatte den 28-Jährigen einst schon bei Juventus Turin ausgezeichnet.
Und er scheint der Hauptgrund zu sein, warum Trainer Pep Guardiola Vidal aktuell Thiago vorzieht, dem formschwachen Spanier – der im Gegensatz zu Vidal fast nie torgefährlich wird.