Stürmer Claudio Pizarro trifft beim 6:0 gegen Beijing Guo’an zwei Mal - aber Lars Bender gibt den Bayern einen Korb

PEKING 30 Grad schwüle Hitze, gefühlte 100 Prozent Luftfeuchtigkeit: So sieht er aus, der Sommer im ewig dampfigen 20-Millionen-Einwohner-Moloch Peking. Fußball bei diesen Bedingungen? Muss nicht sein. Es sei denn, man verdient sein Geld damit. So wie der FC Bayern. Im Rahmen seines Marketing-Ausflugs (siehe Seite 25) bewegte sich der nach der Rückkehr der EM-Urlauber wieder gewachsende Kader des Rekordmeisters 90 überwiegend heitere Minuten lang und gewann dabei 6:0 gegen den Beijing Guo’an Football Club.

Der Vize-Meister der Chinese Super League, Titelträger 2009 und dreifacher Pokalsieger, wurde vor 20 Jahren von der Citic-Gruppe gegründet, einem staatlichen Finanz- und Investmentunternehmen. Ex-Löwen-Stürmer Shao Jiayi und der ehemalige Eintracht-Frankfurt-Spieler Yang Chen haben hier schon gekickt. Seit einigen Jahren unterhält man Kooperationsverträge mit Real Madrid und Ajax Amsterdam. Zuhause ist der Klub im Stadtteil Chaoyang, unweit der Kneipenmeile Sanlitun, im traditionsreichen Arbeiter-Stadion.

Als die Bayern dort einlaufen, sind aber trotz der allseits bekundeten Begeisterung nicht alle 60.000 Plätze besetzt. Man war froh, dass überhaupt gespielt wurde: Am Samstag war der stärkste Regen seit 60 Jahren über der Stadt niedergegangen.

Daniel van Buyten führte die Bayern als Kapitän aufs Feld. Wie bei den Kollegen stand sein Name auf chinesisch auf dem Trikot; die der Chinesen leuchteten dagegen im für westliche Augen lesbaren Stil. Vertraute Namen waren eh nicht darunter: viele Yin und Yangs sowie ein Reinaldo aus Brasilien.

Pekinger und Bayern legten alle zusammen – der der drückenden Schwüle zum Trotz – einen flotten, engagierten und sehr ansehnlichen Auftakt hin, was sich auch im Ergebnis niederschlug: Nach zehn Minuten hieß es nach Treffern von Claudio Pizarro (7.) und und einem Kopfball von Arjen Robben (10.) 2:0 für die Münchner. Kurz vor der Pause legte Pizarro mit dem 3:0 nach, ehe Trainer Jupp heynckes dann kräftig durchgewechselte: Starke, Mandzukic, Müller, Gustavo, Holger Badstuber, Can und Weiser kamen rein; den Kapitän gab jetzt Mario Gomez, der in Minute 80 den Schlusspunkt zum 6:0 setzte. Zuvor hatten Müller (74.) und Mandzukic (78.) getroffen.

Eine weniger gute Nachricht kam derweil aus Leverkusen. „Bayer hat mir ganz deutlich gesagt, dass ich ein Eckpfeiler des Teams bin und man mich nicht abgeben wird”, erklärte Lars Bender, der zuletzt von den Bayern öffentlich umworben wurde, via Klub-Homepage: „Ich habe erst kürzlich meinen Vertrag verlängert und will jetzt den nächsten Schritt mit Bayer gehen. Damit ist absolut alles gesagt.” Wirklich? 

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