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FC Bayern Druckmittel Butt für den Neuer-Poker

Patrick Strasser, vom 03.05.2011 17:53 Uhr
Ab Juli bei Hertha BSC? Die Berliner haben Thomas Kraft (22) ein Vertragsangebot gemacht, der Keeper ist ablösefrei. Foto: Rauchensteiner
Ab Juli bei Hertha BSC? Die Berliner haben Thomas Kraft (22) ein Vertragsangebot gemacht, der Keeper ist ablösefrei. Foto: Rauchensteiner

Bayerns Oldie-Keeper (36) verlängert seinen Vertrag auf Wunsch von Bald-Trainer Heynckes um ein Jahr bis 2012. Nun hat man bessere Karten im Ablösepoker um Schalkes Manuel Neuer

München - Es geht nicht anders, man muss ja planen für die kommende Saison. Und so agiert Jupp Heynckes, ab 1. Juli wieder offiziell auf der Lohnliste, derzeit als Schattentrainer des FC Bayern.

In dieser Mission hat er kürzlich mit Jörg Butt gesprochen – und den 36-Jährigen überredet. Der Torhüter verschiebt sein angekündigtes Karriere-Ende um ein Jahr, verlängerte seinen Vertrag bis 2012. Sein neues Ziel: „Ich möchte meine Karriere nach Möglichkeit mit einem Titel beenden.“ Was ihm diese Saison verwehrt blieb – wie auch die durchgehende Nummer eins zu sein. Butt hofft: „Ich bin nun überzeugt, dass wir mit Heynckes eine erfolgreiche Saison spielen werden.“

Mit ihm als Bankdrücke? Als zweiten Mann hinter Manuel Neuer, dem Ziel aller Transferträume der Bayern? Die Verhandlungen mit den Schalkern sind ins Stocken geraten, die Ablöse ist der Streitpunkt. Bayern bietet bisher unter 20 Millionen Euro, die Gegenseite will trotz der geringen Restvertragslaufzeit bis 2012 weit mehr. Nun erhöht Bayern – den Druck, nicht ihr Angebot. Und da dient ihnen Butt nun als perfektes Druckmittel in Sachen Neuer: Wenn nicht jetzt, dann eben nicht. Wir haben ja Butt.

„Jörg ist ein erstklassiger Torhüter. Ich bin sehr glücklich, dass er noch ein weiteres Jahr beim FC Bayern bleibt“, sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Und Butt hätte wohl auch kein Problem, Neuer von der Bank aus zuzusehen. „Ich würde mich als FC Bayern auch intensiv um Manuel Neuer bemühen. Ich halte ihn aktuell für den besten Torhüter in Deutschland“, sagte Butt am Dienstag, machte aber dennoch Werbung in eigener Sache: „Ich bin überzeugt, dass ich der Mannschaft auch weiterhin helfen kann. Ich fühle mich topfit, hatte noch nie große Verletzungen, mir macht Fußball nach wie vor sehr großen Spaß. Und außerdem ist 36 für einen Torhüter doch kein Alter.“

Thomas Kraft war mit seinen 22 Jahren zu ungeduldig. Er hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim FC Bayern fristgerecht gekündigt und erklärt, dass es sein Wunsch sei, den Verein zu verlassen. „Krafts verständliches Ziel ist es, die Nummer eins zu sein. Dies können wir ihm nicht garantieren“, erklärte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Kraft war der Winterpause von Ex-Coach Louis van Gaal zur Nummer eins befördert worden – das Experiment ging schief. Hertha BSC bemüht sich intensiv um eine Verpflichtung, hat ihm bereits ein Angebot gemacht.

Kommentare (13)
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MAI
05
18:01 Uhr, geschrieben von Feierbiest
@ Stefan Wolter
Was hat das mit der Ignoranz bestehender Verträge zu tun? Neuer hat angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern und Schalke hat dem FCB die Erlaubnis erteilt, mit Neuer zu reden bzw. mit S04 über Neuer zu reden. Wo ist das Problem? Dass der FCB nicht der Senilität von Franz Beckenbauer folgen wird und 50 Millionen zahlt, ist wohl verständlich. Und genau das unterscheidet den FCB wirklich von den angesprochenen europäischen Top-Vereinen: Die würden wirklich zahlen, was auch immer Schalke verlangt, weil ihnen ihre Bilanz am verlängerten Rückgrat vorbei geht, das zwar auch nicht mehr lang, das sei aber nur mal am Rande erwähnt. Der FCB wiederum wird versuchen, einen marktüblichen Preis für einen Torwart zu bezahlen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Schalke das Geld nicht will, sollen sie es lassen. Dann bekommen sie keine Ablöse und zahlen noch eine weitere Saison Neuers Gehalt, wenn sie sich das leisten können, bitte! Zum Schluss noch eine kleine Belehrung in Sachen AG: Man muss nicht an der Börse sein, um eine AG zu sein. Der FCB bzw. dessen Fussballlabteilung ist auch eine AG, obwohl es keine FCB-Aktien gibt. Den Fehler hat nur Borussia Dortmund gemacht...
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MAI
05
15:35 Uhr, geschrieben von Stefan Wolter
@ Feierbiest II
Soweit ich informiert bin, ist der FC Schalke 04 kein börsennotiertes Unternehmen. Wäre dies der Fall hätten die handelnden Personen umso mehr die Verpflichtung im Sinne der Aktionäre ihr wertvollstes Eigentum nicht unter marktüblichem Preis zu veräußern. Ich habe mich diesbezüglich bereits an früherer Stelle schon einmal geäußert. Man kann nicht in der Luxusabteilung einkaufen und an der Kasse im Wissen um die Verbindlichkeiten den Preis drücken wollen. Das ist umso unanständiger, wenn man in der Vergangenheit auf europäischer Ebene hinsichtlich Ignoranz gegenüber bestehenden Verträgen bereits öfter mal den mahnenden Finger in Richtung Madrid erhoben hat.
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MAI
05
15:14 Uhr, geschrieben von Stefan Wolter
@ Feierbiest
Habe mich nochmal über die damaligen Modalitäten des Gomez-Transfers informiert. In der Tat hatte er noch 3 Jahre Vertrag. Allerdings, und das ist der Unterschied zu Neuer, gab es eine Ausstiegsklausel für den Fall einer Anfrage des FCB mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von 30 Mio Euro. Diese Option wurde gezogen. Neuers Vertrag hat diese Klausel nicht. Somit ist es gutes Recht der Schalker, einen Preis zu bestimmen oder aber auf die Einhaltung des Vertrages zu bestehen. Butt ist ein hervorragender Schlussmann und er hat einen würdevolleren Abschied verdient, als dass Vorstand, Mannschaft und Anhänger ihm ihren Respekt durch ungeduldige Sehnsüchte nach Neuer erweisen. Es scheint ein wenig, als gehe es bei einer überhasteten Verpflichtung nur noch darum, nach entgangenen Titeln nicht auch noch das Gesicht zu verlieren. Dennoch sei dem FCB die Verpflichtung Neuers gegönnt, weil nicht nur dringend Ruhe auf der Torhüterposition gebraucht wird, sondern auch ein echter Kapitän, der diesen Namen wieder zurecht trägt. Aber so einen gibt´s nun mal nicht geschenkt. Und das stolz zur Schau getragene Festgeldkonto unterscheidet doch den FCB von den Schuldenmacher-Clubs, die die Gelder ihrer Anhänger veruntreuen, oder ! ?
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