FC Bayern Bayern-Stars trauern um Pokalputzerin: "Sie war wie eine Mutter"

Sorgte fast 30 Jahre für den glänzenden Zustand der zahlreichen Trophäen des FC Bayern: Maria Meissner Foto: dpa

MÜNCHEN - Maria Meissner, „die gute Seele des Vereins“ ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Bis ins hohe Alter kümmerte sie sich darum, dass die vielen Trophäen des FC Bayern immer in vollem Glanz erstrahlten.

„Einer musste sie ja putzen“, sagte Maria, als sie vor dem letzten Champions-League- Triumph der Bayern 2001 in der AZ ihre Lebensgeschichte erzählte. Wie sie als glühende Bayern-Anhängerin (Mitgliedsnummer 543) nach 37 Jahren als Telefonistin am Gärtnerplatz- Theater 1973 zu Bayern kam, dort in der Telefonzentrale arbeitete und dem damaligen Geschäftsführer Walter Fembeck assistierte.

Sie bemutterte die Topstars

Maria Meissner war aber auch Kummertante. „Sie hat sich rührend um uns junge Burschen gekümmert, wir konnten immer mit unseren Sorgen zu ihr kommen,“, erinnert sich Klaus Augenthaler (50), der 1977 aus Vilshofen zum FC Bayern kam, bis 1991 als Profi, danach bis 1997 als Co-Trainer aktiv war. „Die Maria hat auch aufgepasst, dass wir rechtzeitig ins Bett kamen, nicht zu lange um die Häuser zogen. Sie war wie eine Mutter für uns.“

Viele Topstars wurden als Jungprofis von Maria Meissner bemuttert. Franz Beckenbauer ebenso wie Gerd Müller oder Sepp Maier („Sie war eine ganz treue Seele.“). „Dem Franz und dem Gerd hab’ ich manchmal ein oder zwei Mark zugesteckt“, erzählte Maria Meissner, die besonders auch Lothar Matthäus ins Herz geschlossen hatte. „Der Lothar, das war schon ein netter Bub, auch wenn er oft seinen Mund nicht halten konnte. Der Auge dagegen war recht schüchtern, als er zu Bayern kam.“

"Am liebsten hätt' ich jedem eine Watschn gegeben"

Augenthaler erzählt: „Die Maria war auch bei unseren Europacupspielen als Glücksbringer dabei.“ Auch wenn’s nicht immer geklappt hat. Wie beim Champions- League-Finale 1999, als Bayern in Barcelona gegen Manchester United das Last-Minute- Debakel (1:2) erlebte. „Da hätte ich jedem Spieler am liebsten eine Watschn gegeben“, schimpfte Oma Meissner vor dem Finale in Mailand 2001, das ihre Bayern ja dann im Elferschießen gegen Valencia gewannen.

Damit hatten ihr Oliver Kahn und Co. den Herzenswunsch erfüllt, „die Mannschaft nochmal mit dem Pokal auf dem Rathausbalkon zu sehen“.

Danach hat sich Maria zur Ruhe gesetzt. Doch ihr Herz hat weiter für Bayern geschlagen. Bis es jetzt ganz zu schlagen aufgehört hat.

F.M.

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