Guardiola bastelt am neuen FC Bayern. „Er wird noch ein, zwei Wunschspieler bekommen“, sagt Hitzfeld. Ein Kandidat ist Liverpools Luiz Suárez. AZ-Check: Wer könnte profitieren, wer Probleme bekommen?

München - Vergangene Woche war die Welt zu Gast in München, am Wochenende war es Fürth. Zwischen Zukunft und Alltag – mit diesem Spagat muss der FC Bayern bis Saisonende leben: Vorfreude auf Bald-Trainer Pep Guardiola auf der einen, Pflichtbewusstsein gegenüber Noch-Coach Jupp Heynckes auf der anderen Seite. Heynckes’ Abschiedstournee soll Titel bringen, im Hintergrund laufen längst die Planungen für kommende Saison – mit einem strategischen Vorteil.

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„Man hat nun ein halbes Jahr, um Transfers vorzubereiten“, sagte Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld in „Sport Bild Plus“: „Ich denke, Guardiola wird noch ein, zwei Wunschspieler bekommen.“ Ein Kandidat ist der Uruguayer Luis Suárez vom FC Liverpool, an dem Pep laut „Daily Mirror“ interessiert ist. Der 25-jährige Stürmer dümpelt derzeit mit den Reds jenseits der Champions-League-Plätze herum. Interessant: Pere Guardiola, Peps Bruder, ist auch als Berater von Suárez tätig. Damit nicht genug: „Im Abwehrbereich, in der Innenverteidigung, muss sich Bayern sicher noch verstärken“, findet Hitzfeld.

Guardiola wird sich seinen Transfer-Wunschzettel sehr genau überlegen. Ebenso wie die Frage, welche Bayern-Spieler er mit in die nächste Spielzeit nehmen will. Laut Präsident Uli Hoeneß ist der neue Trainer durchaus angetan: „Er will mit unseren Spielern arbeiten, sie gefallen ihm.“ Als Guardiola 2008 den FC Barcelona übernahm, mottete er jedoch erst mal aus: die Megastars Ronaldinho und Deco sowie die Weltmeister Zambrotta und Edmílson mussten gehen. Wer blieb, bekam einen Crashkurs in Sachen Professionalität verpasst.

„Er setzte gleich neue Standards und legte viel mehr Augenmerk auf Fitness. Ich erinnere mich, wie ich zu Andrés sagte: ’Wir springen besser auf diesen Zug auf, oder er fährt an uns vorbei’“, verriet Barça-Spielmacher Xavi über ein Gespräch mit Mitspieler Iniesta.

Für die Bayern-Profis startete am Samstag bereits das große Casting: Big Pep is watching you! „Ich weiß, dass er schon seit August alle Bundesliga-Spiele in voller Länge angeschaut und analysiert hat“, sagt Hoeneß. „Als ich ihn getroffen habe, hat er mir zu allen Spielern große Einzelheiten erklären können.“ Ein Perfektionist eben.

Besonders unter Beobachtung stehen die Profis, deren Verträge im Sommer auslaufen: Daniel Van Buyten, Anatoliy Tymoshchuk und Claudio Pizarro. Hier kann Guardiola mitentscheiden, ob sie gehalten werden sollen, ebenso bei Leihspieler Nils Petersen (an Bremen ausgeliehen). Gespräche stehen ab März an.

Alle anderen Bayern-Spieler hat die AZ in Gruppen unterteilt und erklärt hier, wie sie von Guardiola ab Sommer aufgepeppt werden. Da sind die Führungsspieler um die Kapitäne Lahm und Schweinsteiger plus Torwart Neuer, die Flügelspieler Robben und Ribéry, Stars wie Kroos, Müller und Alaba, die Guardiola zu Weltstars formen könnte. Bei Arbeitern wie Martínez steht der nächste Entwicklungsschritt an, bei den Stürmern und den Jungen geht es schlicht um die Perspektive.