Auch in der Champions League beim FC Arsenal am Dienstag sitzt Robben zunächst auf der Bank. Der Holländer motzt und schmollt. Das ist gefährlich

MÜNCHEN Eine Veränderung in der Startelf wird Bayern-Trainer Jupp Heynckes für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr, live bei Sky) beim FC Arsenal London vornehmen, im Mittelfeld: Javi Martínez, der wegen einer Zehenprellung das Spiel in Wolfsburg (2:0) auslassen musste, konnte am Sonntag wieder trainieren. Für muss Luiz Gustavo zurück auf die Bank.

Neben Arjen Robben. In Wolfsburg durfte der Holländer erst nach 79 Minuten ran. Seine ganze Wut über die erneute Nichtberücksichtigung für die Anfangsformation legte er in seinen Linksschuss zum 2:0 in der Nachspielzeit – sein erster (!) Saisontreffer. Dazu schaute er, als habe er einen Elfmeter in einem Champions-League-Finale verschossen, blickte grimmig Richtung Bank. Sein Trikot schenkte er einem Fan, rasch stapfte er in die Kabine – und wieder raus. Geduscht, nicht abgekühlt.

„Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir gewonnen haben. Aber ich kann nicht sagen, dass ich froh bin”, meinte der 29-Jährige und betonte aufgewühlt: „Ganz klar: Ich will mehr spielen! Ich war wieder auf der Bank. Das ist einfach enttäuschend.” Im Rausgehen schickte er noch hinterher: „Ich sehe keinen Grund, warum ich am Dienstag nicht spielen sollte.” In Robbens Welt ist Robben immer Stammspieler, natürlich.

In Heynckes’ Welt ist Thomas Müller der bessere Robben als Rechtsaußen. Der Assist zu Robbens Treffer kam von der rechten Seite – von Müller. Heynckes sieht keinen Grund, warum Müller am Dienstag nicht spielen sollte. Es läuft ja nicht so schlecht. Fünf Rückrundenspiele, fünf Siege. Fast ohne Makel bleibt die sensationelle Bayern-Auswärtsbilanz: elf Spiele, zehn Siege, 31 Punkte, 27:1 Tore.

Stellt sich die Frage: Brauchen die Bayern Arjen Robben überhaupt? Aber ja. Ein bisschen Wut tut gut – siehe Wolfsburg. Es sei „ganz klar”, dass seine Spieler auf der Bank enttäuscht seien, meinte Heynckes cool. „Arjen ist ein Mann, der zeigt das auch. Damit habe ich keine Probleme.” Und was ist, wenn die Stammelf mal nicht gewinnt? Wenn Robben plötzlich bessere Argumente für sich hat?

Heynckes muss die hohe Kunst des Moderierens und des Rotierens in den Wochen mit hoher Spielefrequenz aufbringen. Denn: wie lange geht das mit Robben gut? Wann bricht es – noch emotionaler – aus ihm heraus? Mit dem Trainer habe er bereits über die für ihn unbefriedigende Situation gesprochen: „Er weiß, wie ich denke”, sagte Robben. Gelegenheit zur Befriedung gäbe es am Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) und am Mittwoch nächster Woche im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund, da Franck Ribéry wegen einer Rotsperre fehlt. Robben könnte ihn auf dem linken Flügel ersetzen, auf dieser Position spielt er auch für die holländische Nationalelf unter Louis van Gaal.

Am Sonntag gönnte Heynckes den Stammkräften einen freien Tag. „Wir müssen die Akkus aufladen”, sagte Sportvorstand Matthias Sammer vor der Abreise am Montag nach London: „Mein Gefühl sagt mir, dass es noch intensiver wird als in Wolfsburg.”  Arjen Robben musste trainieren. 

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