FC Bayern Arjen Robben: Wie lange geht das gut?

Patrick Strasser, 17.02.2013 17:31 Uhr

Auch in der Champions League beim FC Arsenal am Dienstag sitzt Robben zunächst auf der Bank. Der Holländer motzt und schmollt. Das ist gefährlich

MÜNCHEN Eine Veränderung in der Startelf wird Bayern-Trainer Jupp Heynckes für das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr, live bei Sky) beim FC Arsenal London vornehmen, im Mittelfeld: Javi Martínez, der wegen einer Zehenprellung das Spiel in Wolfsburg (2:0) auslassen musste, konnte am Sonntag wieder trainieren. Für muss Luiz Gustavo zurück auf die Bank.

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Neben Arjen Robben. In Wolfsburg durfte der Holländer erst nach 79 Minuten ran. Seine ganze Wut über die erneute Nichtberücksichtigung für die Anfangsformation legte er in seinen Linksschuss zum 2:0 in der Nachspielzeit – sein erster (!) Saisontreffer. Dazu schaute er, als habe er einen Elfmeter in einem Champions-League-Finale verschossen, blickte grimmig Richtung Bank. Sein Trikot schenkte er einem Fan, rasch stapfte er in die Kabine – und wieder raus. Geduscht, nicht abgekühlt.

„Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir gewonnen haben. Aber ich kann nicht sagen, dass ich froh bin”, meinte der 29-Jährige und betonte aufgewühlt: „Ganz klar: Ich will mehr spielen! Ich war wieder auf der Bank. Das ist einfach enttäuschend.” Im Rausgehen schickte er noch hinterher: „Ich sehe keinen Grund, warum ich am Dienstag nicht spielen sollte.” In Robbens Welt ist Robben immer Stammspieler, natürlich.

In Heynckes’ Welt ist Thomas Müller der bessere Robben als Rechtsaußen. Der Assist zu Robbens Treffer kam von der rechten Seite – von Müller. Heynckes sieht keinen Grund, warum Müller am Dienstag nicht spielen sollte. Es läuft ja nicht so schlecht. Fünf Rückrundenspiele, fünf Siege. Fast ohne Makel bleibt die sensationelle Bayern-Auswärtsbilanz: elf Spiele, zehn Siege, 31 Punkte, 27:1 Tore.

Stellt sich die Frage: Brauchen die Bayern Arjen Robben überhaupt? Aber ja. Ein bisschen Wut tut gut – siehe Wolfsburg. Es sei „ganz klar”, dass seine Spieler auf der Bank enttäuscht seien, meinte Heynckes cool. „Arjen ist ein Mann, der zeigt das auch. Damit habe ich keine Probleme.” Und was ist, wenn die Stammelf mal nicht gewinnt? Wenn Robben plötzlich bessere Argumente für sich hat?

Heynckes muss die hohe Kunst des Moderierens und des Rotierens in den Wochen mit hoher Spielefrequenz aufbringen. Denn: wie lange geht das mit Robben gut? Wann bricht es – noch emotionaler – aus ihm heraus? Mit dem Trainer habe er bereits über die für ihn unbefriedigende Situation gesprochen: „Er weiß, wie ich denke”, sagte Robben. Gelegenheit zur Befriedung gäbe es am Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) und am Mittwoch nächster Woche im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund, da Franck Ribéry wegen einer Rotsperre fehlt. Robben könnte ihn auf dem linken Flügel ersetzen, auf dieser Position spielt er auch für die holländische Nationalelf unter Louis van Gaal.

Am Sonntag gönnte Heynckes den Stammkräften einen freien Tag. „Wir müssen die Akkus aufladen”, sagte Sportvorstand Matthias Sammer vor der Abreise am Montag nach London: „Mein Gefühl sagt mir, dass es noch intensiver wird als in Wolfsburg.”  Arjen Robben musste trainieren. 

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Kommentare (5)
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FEB
17
Wolf, 22:37 Uhr

Unverzichtbar?

Wenn ein Robben sich für unverzichtbar hält, sollte ein Blick auf die Tabelle genügen, um ihn eines besseren zu belehren. Einerseits klagt er die ganze Zeit, dass er nur unter größten Schmerzen spielen kann, andererseits dann ständig dieses Rumgemotze. Die Mannschaft stellt immer noch der Trainer auf und bei 15 Punkten Vorsprung muss er sich von keinem Spieler unter Druck setzen lassen. Einen Robben muss man vor allen Dingen vor sich selbst beschützen, denn genau diese Art von Egoismus ('Ich will unbedingt spielen') hat schon bei der letzten WM kein gutes Ende genommen. Insofern hat er sich seine langen Spielpausen durchaus selbst zuzuschreiben!

FEB
17
schwejk, 19:57 Uhr

Teilweise stimme ich Expert zu,

aber im Grunde genommen ist Müller gefährlicher und unberechenbarer als Robben. Außerdem hat Heynckes keinen Grund, die Mannschaft zu ändern. Never change a winning team, dies hat auch beim FCB BESTAND. Ich bin davon überzeugt, dass Robben am Ende der Saison auf den FCB zu geht und den Verein verlassen wird. Wenn man Robben als Kapitalanlage sieht muss man auch daran denken, dass er mit jedem Jahr anfälliger für Blessuren wird. Für ihn und seine Psyche wäre es besser, wenn er zu einem Verein wechselt, wo er die Garantie erhält zu spielen, wenn er nicht verletzt ist. Anfangs war die Rendite der Kapitalanlage Robben sehr sehr hoch, nimmt abver mit jedem Jahr der Zugehörigkeit zum FCB gewaltig.

FEB
17
Bernd, 18:47 Uhr

Was gibt es hier zu lamentieren?

Er spielt für die Mannschaft des großartigen Uli Hoeneß. Da können nur die besten spielen. Dazu gehört er natürlich. Aber er war lange verletzt und ist noch nicht so weit. Wann er wieder so weit sein wird, entscheidet der Trainer. Wenn er mit der Entscheidung nicht einverstanden ist, soll er einen Kopfstand machen. Da kennt der großartige Uli Hoeneß kein Pardon. Bei uns gibt's keine Extrawürste (, auch wenn der Chef eine Wurstfabrik besitzt)!

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