Freilich war es auch die Flüchtlingskrise, die die Macher des diesjährigen Nockherbergs beschäftigt hat. Ein heikles Thema, elegant gelöst – finden die meisten Beteiligten. Die Stimmen vom Starkbieranstich.

Christian Springer, Kabarettist: „Ich bin ohne Worte. Es ist das Beste, was ich bisher gesehen habe. Dass das Publikum aufgestanden ist am Ende, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir nicht ohnmächtig sind. Die Menschen haben etwas zu sagen. Der Umgang mit so schwierigen Themen ist schwer.“

Hans Podiuk (CSU): „Es war heuer ein Beifall, den ich so in den letzten 30 Jahren nicht erlebt habe. Die Charaktere werden immer besser getroffen. Ich fand aber, dass das ein oder andere zu breit angesetzt war.“

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): „Man hat Außergewöhnliches erlebt – das Wort Sternstunde ist noch untertrieben. Mir fehlt der Superlativ. Das Stück war überspitzt, aber gut getroffen und ich habe noch keinen Tag erlebt, an dem meine Nachfolger so aktiv waren wie an diesem.“

Bürgermeister Josef Schmid (CSU): „Die Musik brillant. Das Stück grandios. Künstlerisch sensationell. Ich bin in Sorge, weil die Intellektuellen Bayerns, also die Macher des Singspiels, nicht spüren, was das Volk fühlt. Die CSU ist viel ausgewogener, als dargestellt.“

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU): „Ich bin entsetzt und verletzt. Das ist zwar Kabarett, aber das ist nicht Bayern. Die Menschen hier denken anders. Man hätte die Chance gehabt, die Menschen hier anders darzustellen, nämlich mit Hilfsbereitschaft.“

Bilder, Interviews, Hintergründe: Alles zum Nockherberg 2016

Alt-OB Christian Ude (SPD): „Wenn man nicht mehr im Singspiel vorkommt, kann man es entspannter genießen. Die CSU war wieder der Nabel der Welt, da brauchen sie sich nicht beschweren.“

Maximilian Brückner, Schauspieler: „Das Thema ist ein wichtiges und es berührt jeden. Der Rosenmüller hat den Nockherberg ins 21. Jahrhundert gebracht.“

Kleinkunst-König Till Hofmann: "Sehr stark - und beachtlich, weil die Rede eben auch sehr versöhnlich war."

Helmut Schleich, Kabarettist: "Sehr gelungen, mit feinen Pointen - und es waren auch Volltreffer dabei. Im zweiten Teil wurde sie sogar moralisch, das war nicht nur treffend , sondern auch mutig."

Dieter Hanitzsch, Karikaturist: „Grandios! Sie hat hoch komplizierte Themen rhetorisch so aufbereitet, dass sie zu Herzen gehen. Ein Genuss.“

Friedrich Ani, Schriftsteller und Kinsehers Partner: „Ich habe die Rede heute zum ersten Mal ganz gehört. Ich fand es stark, warmherzig und super pointiert – ich bin begeistert.“

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): „Sie war scharfzüngig, gepfeffert, aber das wollten wir ja alle und jetzt haben wir’s gekriegt. Ich hab mich sehr amüsiert, ich weiß nicht, ob’s der Regierungsbank auch so gegangen ist: Da waren schon ein paar wirklich deftige Witze dabei. Eine tolle Rede. Ich finde, sie hat den Ton getroffen und auch das wichtige Thema angesprochen.“

Ottfried Fischer, Schauspieler und Kabarettist: „Es war bis jetzt ihre beste Rede. Es war hervorragend.“

Axel Milberg, Schauspieler: „Es kam mir als Norddeutschem entgegen, dass sie langsam geredet hat. Es hat mir gefallen, dass die Polemik durch stille und menschliche Appelle unterbrochen wurde. Bei den ernsten Passagen konnte man eine Stecknadel fallen hören.“

Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU): „Wieder sehr hinterkünftig. Schon deftig boarisch.“

Innenminister Joachim Herrmann (CSU): „Das war schon wieder ordentlich nockherbergmäßig mit entsprechend hohem Promillgehalt – wie das Bier auch. Passt schon.“

Margarete Bause (Grüne): „Die Rede war wunderbar – ich schätze vor allem, dass sie auch nachdenkliche Elemente drin hatte. Und wenn die Bavaria jetzt auch grün wird, dann kann ja nichts mehr schief gehen.“