Das Schicksal von Andreas Cappallo, der seine Therapie nicht bezahlen konnte, hat die Menschen bewegt - auch zum Helfen.

München – Mehr als 350 Menschen haben an der Online-Spendenaktion für den Feuerwehrmann Andreas Cappallo teilgenommen, viele weitere haben sich telefonisch bei der Abendzeitung gemeldet, um direkt an ihn spenden zu können – bis gestern Abend sind so allein über das Internet-Spendeportal leetchi.com 14 680 Euro zusammengekommen.

„Die große Hilfsbereitschaft freut mich sehr, ich hätte niemals erwartet, dass es so viel Geld wird“, sagte Cappallo der AZ.

Der Eichenauer, der gegen seine inzwischen dritte Hirntumor-Erkrankung kämpft und dabei wegen des teuren Medikamentes in finanzielle Nöte gekommen ist (AZ berichtete) hat bereits am Anfang der vorigen Woche 2900 Euro aus der Spendenaktion überwiesen bekommen. So konnte er schon eine Teilschuld bei der Apotheke begleichen und einen weiteren Behandlungstermin bei seinem Arzt wahrnehmen.

Jetzt kann er sich endlich in Ruhe von der Chemotherapie erholen

Innerhalb dieser Woche sollte nun eine weitere Überweisung von 9900 Euro aus dem Spendenpool bei ihm ankommen, den die Münchner Rettungsassistentin Julia Brunngartner organisiert hat. Damit wäre der Berufsfeuerwehrler schuldenfrei und kann seine Chemotherapie wieder regelmäßig bekommen – inzwischen sind die Intervalle verlängert auf alle sechs statt alle zwei Wochen.

Geheilt werden wird der 41-Jährige von der Erkrankung zwar nie, der Tumor ist inoperabel. Aber mit dem Medikament Avastin lässt er sich in Schach halten. Das teure Mittel muss Cappallo nicht komplett selbst bezahlen: Die Krankenversicherung übernimmt 50 Prozent der 5000 Euro pro Behandlung, die städtische Beihilfe 40 Prozent. Doch er muss immer in Vorauszahlung gehen, was ihm finanziell sehr schwerfiel. Nun muss er noch zwei ausstehende Rechnungen begleichen, „und dann kann ich vorsichtig sagen: Ich bin schuldenfrei.“

Jetzt erholt er sich von der Chemotherapie – endlich in Ruhe. „Bis zur Spendenaktion habe ich jeden Tag rumtelefonieren müssen, ob ich irgendwoher Hilfe bekommen kann“, sagt Cappallo. Und dann, sagt er, „hoffe ich, dass ich so schnell wie möglich wieder bei der Feuerwehr arbeiten kann.“ Nicht mehr im Schichtdienst wie früher, denn das ist wegen der Erkrankung nicht möglich. Aber Hauptsache: Feuerwehr.