Falscher SWM-Mitarbeiter Vergewaltiger klingelt an der Haustür

Tatort Pegnitzstraße: In einer Wohnung in dieser Straße (nahe Westfriedhof) fiel der Vergewaltiger über die junge Frau her. Foto: Petra Schramek

Eine Altenpflegerin (32) glaubt, ein Stadtwerke-Mitarbeiter klingelt und öffnet ihm die Tür. Da drängt der Fremde in die Wohnung und fällt über sein Opfer her. Wie der Mann aussah:

Gern –
Sie hatte den Mann noch nie in ihrem Leben gesehen. Trotzdem war sie nicht misstrauisch, als er vor ihrer Tür stand. Für den selben Tag hatten die Stadtwerke (SWM) per Aushang im Treppenhaus einen Mitarbeiter angekündigt, der die Wasserzähler ablesen sollte. Doch der solariumgebräunte Fremde mit dem Goldkettchen war nicht von den Stadtwerken. Er drängte die 32-jährige Frau in ihre Wohnung – und vergewaltigte sie.

Dieser albtraumhafte Fall beschäftigt seit dem 19. März die Münchner Kripo. Am Freitag ging die Polizei damit an die Öffentlichkeit. „Wir hoffen auf Personen, die sachdienliche Hinweise geben können“, sagt Ignaz Raab, der Vize-Chef vom Kommissariat 15 für Sexualdelikte (Telefon: 089/29100). „Es ist ein sehr außergewöhnlicher Fall. Mir ist kein vergleichbarer bekannt.“

Dass der Täter tatsächlich bei den Stadtwerken arbeitete, schließt die Kripo inzwischen aus. Die in Frage kommenden Mitarbeiter wurden überprüft. „Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass an dem Tag tatsächlich jemand von den Stadtwerken vor Ort war. Aber der Mitarbeiter passt nicht zur Beschreibung des Täters. Wir haben dem Opfer auch ein Foto gezeigt. Die Frau hat ausgeschlossen, dass es sich bei ihm um den Täter handelt. Auch die DNA stimmt nicht überein“, sagt Ignaz Raab.

Nach der Schilderung der jungen Frau hatte es an jenem Mittwoch um 8.30 Uhr zunächst an der Haustür des Sieben-Parteien-Hauses in der Pegnitzstraße in der Nähe des Westfriedhofs geklingelt. Die Altenpflegerin drückte den Summer, dann klingelte es auch an ihrer Wohnungstür.

Als die Altenpflegerin öffnete, stand dort ein 40 bis 50 Jahre alter Mann. Er war knapp 1,80 Meter groß, schlank und sprach Berlin-Brandenburger Dialekt. Er trug eine graue Jacke, Jeans und ein weißes Hemd oder T-Shirt. Der Fremde hatte einen hellgrauen Rucksack dabei und war Raucher. Später sah die Frau, dass ihr Peiniger Methol-Zigaretten bei sich hatte.

Die junge Frau wollte den Fremden wegschicken. Sie sagte zu ihm – in der Überzeugung, er sei von den Stadtwerken – dass er in den Keller müsse. Doch da begann der Albtraum. Anstatt zu gehen, stellte der Fremde seinen Fuß in die Tür und drückte sie auf. Dann – so die Schilderung der 32-Jährigen – habe der Mann sie auf ihre Schlafcouch geschubst und dort vergewaltigt.

Als der Mann etwa eine halbe Stunde später die Wohnung verließ, drohte er ihr noch, sie solle zu niemandem etwas sagen – er wisse ja, wo sie wohnt. Die völlig eingeschüchterte Altenpflegerin verständigte zunächst nicht die Polizei, sondern ging zu ihrer Hausärztin. Erst nach dem Gespräch mit der Ärztin verständigte sie die Polizei.

Aus dem Sperma konnte im Labor ein vollständiges DNA-Profil des Mannes extrahiert werden. Die Kripo will nun unter Anleitung des Opfers ein Phantombild des Täters erstellen lassen. Eines scheint sicher: Bei dem Mann handelt es sich nicht um einen Serienvergewaltiger. Die DNA ist in keinem Polizeicomputer gespeichert. Für die Polizei war der Mann bislang ein unbeschriebenes Blatt.

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