Er hat die Bluttat vor Gericht gesztanden. Ein Mesner soll sein Ehefrau mit mehr als 20 Messerstichen getötet haben. Das Ehepaar hatt große Beziehungsprobleme.

München – Er soll seine Frau mit 22 Messerstichen getötet haben – zum Prozessauftakt am Münchner Schwurgericht gestand der angeklagte Mesner am Montag die Tat. Nach einem heftigen Streit habe er seine ein Jahr jüngere Frau umgebracht, sagte der Angestellte einer katholischen Kirchengemeinde im Landkreis München. Nach der Tat am 20. Februar 2012 rief er selbst die Polizei. Schon damals hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er wird des heimtückischen Mordes aus niederen Beweggründen beschuldigt. Die Ehe war zerrüttet.

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Nach Darstellung des Mesners hatte seine Frau schon ein Jahr nach der Geburt des älteren Sohnes gesagt, dass sie ihn nicht mehr liebt. Da es aber auch wieder Phasen gegeben habe, in denen sich das Paar vertrug, habe er bis zuletzt auf eine weitere Chance gehofft und gekämpft. Doch auch die Entscheidung für ein zweites Kind brachte nicht die beabsichtigte Festigung Beziehung. Im August 2011 sei die Ehe hoffnungslos zerrüttet gewesen, berichtete der Mesner.

Wenn sich das Paar nicht gerade stritt – Auslöser waren beispielsweise finanzielle Probleme oder die Kindererziehung - beschäftigte sich der Mann nach seinen eigenen Worten mit seiner umfangreichen DVD-Sammlung, zu der auch etwa hundert verbotene Gewalt- und Horrorfilme gehörten. Seine Frau habe derweil im ersten Stock am Computer gespielt. Versuche, die finanzielle Lage durch Annahme eines Zweitjobs oder Untervermietung eines Zimmers in dem kirchlichen Anwesen zu verbessern, seien am Veto des Pfarrers gescheitert.

Am Tattag wollte der Angeklagte nach seinen Worten noch einmal in einer Aussprache eine Wende herbeiführen. Der 37-Jährige sagte vor Gericht, er habe zwar ein Messer griffbereit auf den Wohnzimmertisch gelegt – er sei aber noch nicht zu einer Gewalttat entschlossen gewesen. Es kam zu einem heftigen Streit, in dessen Verlauf der Mesner seine Frau die Treppe hinunter schubste. Darauf folgten die Messerstiche, deren Zeuge zumindest zeitweise der damals knapp siebenjährige ältere Sohn war. Das Opfer verblutete noch vor dem Eintreffen von Polizei und Rettungskräften.

Die beiden Kinder leben inzwischen in einem Heim. „Ich mache mir jeden Tag Sorgen, dass sie fragen, was mit der Mama und was mit dem Papa ist“, sagte der 37-Jährige. „Es tut mir schon leid, was passiert ist.“

 

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