Hauptdarsteller im AZ-Interview "Fack ju Göhte – Se Mjusicäl": "Das sollte schon ziehen, oder?"

Die Darsteller des Musicals „Fack ju Göhte – Se Mjusicäl“ Susanne Studentkowski (als Zeynep, hinten, v.l.n.r.), Anthony Kirby (als Burak), Rebekka Corcodel (als Chantal), Lukas Sandmann (als Danger), Robin Cadet (als Jerome, vorne l.) und Max Hemmersdorfer (als Zeki Müller). Foto: Sven Hoppe/dpa

An diesem Sonntag startet im Münchner Werksviertel die Produktion "Fack ju Göhte – Se Mjusicäl".

München - Nein, den Film wird das neue "Mjusicäl" nicht genau nacherzählen, aber das Personal werden alle "Fack ju Göhte"-Fans natürlich sofort wiedererkennen. Schließlich ist die Klasse 10b der Goethe-Gesamtschule nach Abschluss der Filmtrilogie inzwischen bundesweites Kulturgut. Und nun Stoff für ein künstlerisches Wagnis der Hamburger Stage Entertainment.

Sie hat das Werk 7 im Werksviertel hinter dem Ostbahnhof gepachtet und komplett für die Musical-Produktion umgerüstet. Ein halbes Jahr mindestens soll "Fack ju Göhte" die 699 Plätze füllen. Die größte Last trägt wohl Hauptdarsteller Max Hemmersdorfer, der als Lehrer Zeki Müller die Herzen erwärmen soll.

AZ: Herr Hemmersdorfer, um die Filmtrilogie mit insgesamt 20 Millionen Zuschauern ist ein riesiger Hype entstanden. Und wo Elyas M’Barek auftaucht, herrscht Kreischalarm. Wie halten Sie den Druck aus?
Max Hemmersdorfer: Ich muss zugeben, ich habe gar nicht alle Teile gesehen. Aber ich mochte die TV-Serie „Türkisch für Anfänger“, und als alle über „Fack ju Göhte“ geredet haben, habe ich mir den ersten Teil mal auf DVD angeschaut, auch weil ich Borat Dagtekin für einen genialen Schreiber halte. Der erste Teil ist bei allem Spaßfaktor auch eine ernstzunehmende Bildungssatire über das Gefühl vieler Schüler, abgehängt zu sein. Und das hat Substanz.

Und was machen Sie mit dem Druck, die Rolle Zeki Müller des Sexidols Elyas M’Barek zu spielen?
Da darf ich mich nicht verrückt machen lassen, da gilt für mich: Ich bin nicht er und er ist nicht ich! Ich bin Schauspieler und kann der Rolle deshalb nur mich als Künstler geben.

Eigentlich müssten Sie sich sogar leichter tun: Elyas M’Barek ist schauspielerisch Quereinsteiger. Sie sind an besten deutschen Schauspielschulen solide ausgebildet worden.
Das ist nicht immer ein Vorteil. Es gibt ja oft große Schauspieler, die als unverbildete Rohdiamanten ohne Ausbildungsschliff größte Kunst erreicht haben. Ich selbst habe meine vielschichtige Ausbildung genossen, aber bin da undogmatisch.

Sieht man seine Schulzeit und den Lehrerberuf anders, wenn man plötzlich einen Lehrer spielen muss?
Ich selbst stamme ja aus einem privilegierten Arbeitgeberhaushalt, wo man die Beamtenlehrer immer ein bisschen runtergemacht hat. Aber ich habe schon gleich nach der Schule anders darüber gedacht, weil ich in einem Erziehungsheim Zivildienst gemacht und gesehen habe, was Pädagogen leisten und aushalten müssen. Dann habe ich selbst ein Jahr als Erzieher gearbeitet und seit dem hat diese Arbeit meinen größten Respekt: Jeden Tag vor einem Publikum auftreten, das dich nicht unbedingt gerne sehen will, das muss man erst einmal jahrelang hinkriegen! Und Zeki Müller ist ja auch noch an einem sozialen Brennpunkt im Einsatz.

Wie hätten Sie als Schüler diesen Blender Zeki Müller empfunden?
Er hätte alles gehabt, was ich mir als Junge als Vorbild gewünscht hätte, ich wäre ihm zu Füßen gelegen, hätte geklettet. Die Mischung aus der Coolness, immer einen Plan B in petto zu haben, seine Autorität durch Lockerheit, die Unabhängigkeit und Radikalität sind umwerfend. Das ist die Grundlage für Respekt und so viel Disziplinierung, dass was vorangehen kann. Bei mir in der Schule waren viele Lehrer ausgelaugt, aber es gab auch wirklich großartige Typen.

Kann ein Musical in Deutschland überhaupt ein ganz großer Renner werden?
Ich selbst komme ja als Schauspieler von außen in diese Szene, die eben auch eine ganz eigene ist. Aber wenn man mal reinschaut und in Shows geht, weiß man, dass es da auch Stars gibt. Und mit diesem populären Stoff könnte man jetzt die Nische das Musicals aufsprengen und richtig Erfolg haben, was ich unserer engagierten Produktion auch ganz tief wünsche. Schließlich wird hier was riskiert: keine Übernahme eines amerikanischen oder englischen Erfolgsstücks, sonder ein eigener deutscher Stoff mit einem eigens dafür gebauten Theater! Das sollte schon ziehen, oder? 


Ab 21. Januar, Werk 7, Friedensstraße 14, Karten: 30 bis 80 Euro, % 01805-4444

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