Europa League sichern Bye-bye Europa? BVB gegen Real unter Druck

Sieht so Zuversicht aus? Die Dortmunder (v.l.) Julian Weigl, Ömer Toprak, Pierre-Emerick Aubameyang, Roman Weidenfeller und Neven Subotic. Foto: dpa

Dortmund kämpft gegen Real Madrid nur noch um den Einzug in die Europa League. "Wir wollen mit Peter Bosz den Bock umstoßen"

Madrid -  Im Ballsaal der Königlichen beschwört Peter Bosz den Mut der Verzweiflung. "Wir brauchen einen Sieg – auch bei Real Madrid"!, sagt Borussia Dortmunds Trainer in der Hoffnung auf ein kleines Wunder. Für die Trendwende. Für den Trostpreis Europa League. Und für seinen Job.

Doch wie beim traurigen Abschied aus einer blamablen Champions-League-Saison am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) ein Triumph ausgerechnet beim Titelverteidiger gelingen soll, ist ein Rätsel. Zur allgemeinen Verunsicherung beim rasend abgestürzten BVB gesellen sich erhebliche Personalsorgen. Am Samstag bei Bayer Leverkusen (1:1) fielen Maximilian Philipp (schwere Knieverletzung, monatelange Pause) und Gonzalo Castro (Außenbandriss im Sprunggelenk) aus.

"Wollen mit Bosz den Bock umstoßen"

"Es wird nicht Marco Reus sein"!, sagte Bosz auf die Frage, wer Tore erzielen solle. Denn der ist ja auch schon lange verletzt.

In den vergangenen zwei Monaten haben die Dortmunder ein einziges Spiel gewonnen: beim Drittligisten 1. FC Magdeburg im Pokal (5:0). Und jetzt, in der Festung Bernabeu? Wenig spricht dafür, die Strohhalme zum Dranklammern sind spröde und ausgedörrt. "Wir wollen mit Peter Bosz den Bock umstoßen", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit Blick auf den seit Wochen in der Kritik stehenden Trainer vor dem Abflug in die spanische Hauptstadt.

BVB will sich in Europa League zittern

Kapitän Marcel Schmelzer beurteilte das Liga-Spiel in Leverkusen immerhin als "Schritt nach vorn" – und damit positiver, als es war. Wieder wackelte die Abwehr, wieder war kaum Struktur zu erkennen, waren Chancen rar. Erst ein dummer Platzverweis des Gegners ermöglichte das Comeback in Überzahl. Dennoch: "Wir wollen mit Peter Bosz den Turnaround schaffen", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Ob mangels Alternative oder aus Überzeugung.

Spätestens am kommenden Wochenende gegen Werder Bremen herrscht Siegzwang. In Madrid würde es wohl genügen, sich halbwegs achtbar aus der Affäre zu ziehen und zumindest den "Abstieg" in die Europa League zu sichern. APOEL Nikosia hat wie der BVB zwei Punkte, aber vor dem letzten Spiel bei Tottenham Hotspur die sieben Treffer schlechtere Tordifferenz. Das heißt: Verlieren beide, wird der BVB mit der peinlichen Bilanz von zwei Punkten in die Europa League einziehen. Das hat es noch nie gegeben.

"Neue Ziele"

"Nach der verkorksten Champions-League-Saison ist es für uns das Mindeste, die Europa League zu erreichen. Da kann man sich dann neue Ziele setzen", sagte Nuri Sahin und nahm damit sich und seine Mitstreiter in die Pflicht.

Immerhin steht Dortmund der zuletzt mal wieder komplizierte Starstürmer Pierre-Emerick Aubameyang nach überwundenen Hüftprobleme wieder zur Verfügung. Außerdem ist auch Real alles andere als gut drauf, zumindest in der Primera Division: Vier Niederlagen und zwei Unentschieden aus 14 Spielen sind für die Ansprüche des spanischen Rekordmeisters erschütternd. Dass die Mannschaft des deutschen Weltmeisters Toni Kroos als Achtelfinal-Qualifikant feststeht, lässt eine gewisse Schonung erwarten – oder aus Dortmunder Sicht erhoffen.

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