EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellt sich hinter Angela Merkels Asylpolitik und ist sich sicher, dass im Rückblick Merkels Kurs erfolgreich sein wird.

Brüssel - Der EU-Kommisionspräsident Jean-Claude Juncker lobt Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik und meint, dass die Geschichte Angela Merkel Recht geben werde.

In einem Interview mit der "Bild" vergleicht Juncker das Festhalten von Merkel an ihrer Asylpolitik mit der Wiedervereinigungspolitik von Helmut Kohl. Auch bei Kohl habe die Geschichte seinen Kurs gerechtfertigt.

"Angela Merkel wird all ihre jetzigen Kritiker im Amt überdauern", richtete Juncker an die zahlreichen Gegner der Merkelschen Flüchtlingspolitik. Gleichzeitig betont der 61-Jährige, dass auch er den Kurs der deutschen Bundeskanzerlin verfolge.

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Juncker apelliert an die EU-Gemeinschaft, dass sie die Flüchtlingskrise wie auch die Schuldenkrise zuvor gemeinsam bewältige. Erst eine Vielzahl von gemeinsamen Schritten werde die gewünschte Wirkung entfalten. Doch schon jetzt sieht der EU-Kommionschef Fortschritte: "In Griechenland werden neun von zehn Asylbewerbern die Fingerabdrücke genommen; im September waren es acht Prozent."

Die Schließung der mazedonischen Grenze zu Griechenland, die von einigen osteuropäiischen Staaten gefordert wird, sei rechtlich nicht zulässig und politisch nicht akzeptabel, so Juncker. Eine engere Zusammenarbeit sei notwendig um Schengen und damit die innere Freiheit in der EU nicht aufs Spiel zu setzen.