Erste Zahlen bekannt Kriminalitätsstatistik: Zahl der Straftaten steigt deutlich

Experten führen die gestiegenen Zahlen auf mehrere Faktoren zurück. (Symbolbild) Foto: imago

In Bayern werden mehr Straftaten verübt. Den höchsten Zuwachs verzeichneten dabei Oberbayern und vor allem München.

Die Kriminalitätsstatistik sollte eigentlich erst Ende März vorgestellt werden. Doch schon jetzt sind erste Zahlen durchgesickert. Und sie dürften weder Innenminister Joachim Herman noch die Polizei freuen. Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen.

Besonders davon besonders betroffen ist München. So nahm die Zahl der Straftaten in der Stadt und im Landkreis München gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent zu, berichtete der Bayerische Rundfunk am Freitag. Das sei die höchste Zuwachsrate seit über zehn Jahren. Im Präsidiumsbereich München waren es 110 000 angezeigte Delikte.

In Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd in Rosenheim waren es 52 000 Straftaten. Das entspricht einer Zunahme von acht Prozent.

Rohheits- und Drogendelikte nehmen zu

Nach BR-Informationen führen Experten das Plus im Bereich München auf mehrere Faktoren zurück. Dazu gehören unter anderem - mit einem Plus von 800 Fällen - die sogenannten Rohheitsdelikte. Nach Darstellung von Polizeiexperten werden immer mehr Körperverletzungsdelikte in oder im Umfeld von Wohneinrichtungen für Asylbewerber angezeigt. Laut den Experten stammen in den meisten Fällen Täter als auch Opfer aus verschiedenen dort untergebrachten Ethnien.

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In München gibt es zudem - bei einem Plus von 2000 Anzeigen - einen massiven Anstieg beim Schwarzfahren und einen Anstieg bei Drogendelikten. Beides führt die Münchner Polizei auch auf verstärkte Kontrollen zurück.

Im Bereich des Hauptbahnhofes hätten Landes- und Bundespolizei die Überprüfungen verdächtiger Personen drastisch ausgeweitet. Der Anteil von Asylbewerbern unter festgenommenen Dealern stieg laut BR-Informationen an.

Wohnungseinbrüche: Ganze Viertel im Visier

In der Stadt und im Landkreis München nahmen auch die Wohnungseinbrüche zu. Der Zuwachs lag gegenüber 2015 bei neun Prozent. Er geht vor allem auf das Konto osteuropäischer Banden, die ganze Stadtviertel in Visier nehmen.

Südlich von München nehmen Rohheitssdelikte ebenfalls zu, auch im Bereich von Asylbewerbereinrichtungen. So seien zwölf Prozent mehr Körperverletzungsdelikte verzeichnet worden. Die Zahl der Tötungsdelikte stieg laut dem BR-Bericht von 54 im Jahr 2015 auf 67 (plus 34 Prozent). Den Anstieg führen Experten fast ausschließlich auf gewaltsame Auseinandersetzungen in Flüchtlingsheimen zurück.

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