Entlastung für die Innenstadt Garten-Tram im Englischen Garten: Jetzt wird's ernst!

Grün und ohne Oberleitung: So soll die Garten-Tram aussehen. Foto: MVG

Lange wurde um die Straßenbahn durch den Englischen Garten gestritten. Jetzt will der Stadtrat die Planung einleiten.

München - Es ist sicher die am längsten diskutierte Tram-Strecke der Münchner Geschichte: Bereits 1927 befasste sich der Landtag erstmals mit einer Straßenbahn durch den Englischen Garten. Seit 1991 gibt es einen förmlichen Beschluss des Stadtrats. Und nun? Nun wird die Trasse wohl tatsächlich gebaut.

Der Stadtrat wird diese Tage den Planungsauftrag für die Garten-Tram erteilen. Die CSU ist zwar nach wie vor nicht besonders glücklich mit dem Gleis-Projekt. Als kleines Störfeuer hat die Stadtratsfraktion gestern deshalb noch einmal eine Elektrobus-Linie als Alternative ins Gespräch gebracht. SPD und Grüne sind sich aber einig: Die Tram muss her!

Tram statt E-Bus

Damit werden nun die Weichen für ein Bauprojekt gestellt, das selbst in den höchsten Ebenen des Freistaats bis zuletzt für mächtig Wirbel gesorgt hatte. Finanzminister Markus Söder (CSU) war ursprünglich nämlich strikt gegen die Trasse. Der Münchner CSU-Chef Ludwig Spaenle kämpft bis heute energisch dagegen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) schlug sich am Ende aber auf die Seite von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und sprach im Sommer nach einer Ortsbesichtigung ein Machtwort.

Umstritten war die Garten-Tram bislang vor allem deshalb, weil eine Oberleitung nach Ansicht des Freistaats das Erscheinungsbild des Englischen Gartens empfindlich gestört hätte. Jetzt soll die Straßenbahn auf dem Park-Abschnitt aber mit einem Akku betrieben werden. Eine Oberleitung braucht es nun nicht mehr.

Planung bis 2025

Die neue Tram-Linie soll von der Haltestelle St. Emmeram in Bogenhausen zur Tivolistraße führen, dann weiter durch den Englischen Garten und durch Schwabing bis hin zum Romanplatz in Neuhausen. Die Straßenbahn kann weitgehend auf dem bestehenden Gleisnetz dahinrollen. Neu gebaut werden muss nur der zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße. Eine belastbare Kostenschätzung gibt es laut MVG dafür bisher nicht. Aber zumindest ein grober Zeitplan steht schon einmal: Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteifrei) geht davon aus, das bei einer zügigen Aufnahme der Planungen 2025 erstmals eine Tram durch den Englischen Garten fahren könnte.

Die neue Linie würde auf dem geplanten Streckenverlauf sieben U-Bahnen, sieben Straßenbahnen und zahlreiche Buslinien quer miteinander verbinden. Stadtplaner erhoffen sich dadurch eine erhebliche Entlastung für die Innenstadt. Wer von Ost nach West will oder umgekehrt, müsste künftig schließlich nicht mehr unbedingt durch die City.

Tram durch den Englischen Garten - die Debatte vor 90 Jahren

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