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Empörung über Fahrer Rassismus in S-Bahn: "Dann zahlt's der Neger!"

Rudolf Huber, vom 24.08.2011 14:28 Uhr
S-Bahnhof München-Hirschgarten: Hier trat der S-Bahn-Fahrer dem Mann an die Hand und beschädigte sein Handy. Gegenüber der Bundespolizei hat er seinen Ausraster gestanden. Foto: Martha Schlüter
S-Bahnhof München-Hirschgarten: Hier trat der S-Bahn-Fahrer dem Mann an die Hand und beschädigte sein Handy. Gegenüber der Bundespolizei hat er seinen Ausraster gestanden. Foto: Martha Schlüter
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Empörung in der S-Bahn: Der Fahrer hat einen afrikanischen Fahrgast rassistisch beschimpft und nach ihm getreten. Das sagte er wörtlich...

München – Die Fahrgäste in der S3 trauen ihren Ohren nicht. Für alle deutlich vernehmbar beleidigt der Lokführer einen dunkelhäutigen Fahrgast mit einem üblen Schimpfwort. An der nächsten Station kommt’s noch ärger: Weil der junge Mann ein Foto von dem 51-Jährigen machen will, tritt der gegen dessen Hand und demoliert dabei sein Handy.

Die Vorgeschichte: Der 21-Jährige aus Guinea will am Dienstag gegen 19.50 Uhr von Pasing aus mit der S3 in Richtung Innenstadt fahren. Die steht abfahrbereit am Gleis, der Mann schafft es gerade noch in den Zug. „Da seine Freundin etwas langsamer war, hielt er die sich schließenden Türen auf, damit sie zusteigen konnte“, sagt Wolfgang Hauner von der Bundespolizeiinspektion München. „Der Triebfahrzeugführer war darüber so erbost, dass er den Afrikaner per Lautsprecherdurchsage beleidigte.“

Was sich der junge Mann – und sämtliche anderen Fahrgäste – daraufhin anhören muss, ist dieser Satz: „Wenn de Tür kaputt is’, zahlt’s der Neger.“

Der öffentlich Beschimpfte, ein in München arbeitender Krankenpfleger, ist fassungslos. Er klopft gegen die Tür zur Lokführer-Kabine, will eine Erklärung und eine Entschuldigung von dem 51-Jährigen. Weil der sich aber nicht rührt, steigt er an der Haltestelle Hirschgarten aus, um ihn am Fenster zur Rede zu stellen. Weil der Lokführer auch darauf nicht reagiert, zückt er sein Handy – um ein Foto von dem Mann zu machen.

Daraufhin wird der Lokführer tätlich. Er öffnet die Tür zum Bahnsteig und tritt mit dem Fuß gegen die Hand des Krankenpflegers. Die Folge: Das Mobiltelefon fällt auf den Bahnsteig, das Display platzt auf.

Zahlreiche Fahrgäste in der gut besetzten S-Bahn haben „das beleidigende Gebaren des Triebfahrzeugführers wahrgenommen und zeigten sich darüber empört“, so der Bundespolizei-Sprecher gestern. Eine 35-Jährige und ein 20-Jähriger begleiten den Krankenpfleger spontan zur Wache der Bundespolizei am Hauptbahnhof, um seine Anzeige als Zeugen zu unterstützen.

In der Zwischenzeit wird wohl auch dem Lokführer deutlich, dass er ziemlich großen Mist gebaut hat: Er meldet sich bei seiner Leitstelle und schildert den Vorfall, offenbar ohne sein Verhalten zu beschönigen. Anschließend wird er von der Bundespolizei befragt. Sprecher Wolfgang Hauner: „Er räumte die Beleidigung ein und gab zu, nach der Hand des Afrikaners getreten zu haben.“
Die Erklärung des Lokführers für seinen krassen Ausraster: Er habe sich durch das aggressive Klopfen des Mannes an seine Tür bedroht gefühlt.

Von der Bahn war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

 

Kommentare (76)
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AUG
29
07:24 Uhr, geschrieben von Freedom of Speech
Jawoll "Jehova, Jehova"
Nicht das der S-Bahn-Fahrer "Neger" gesagt hat ist das Entscheidende sondern Wann, wo, wie, unter welchen Umständen, in welcher Position, mit wessen Hilfe. Wann: Im Dienst, also nicht als Privatmann. Wo: Im geschützten Führerstand einer S-Bahn, mit Hilferuf-Einrichtungen und Kontrollschaltern. Wie: Verwendung eines Mikrophons, dadurch in allen Zugteilen hörbar. Auch für unbeteiligte Fremde. Unter welchen Umständen: Hitze draußen, unter Druck durch Fahrplan. Aber ob zeitlich im Rückstand bleibt (noch) fraglich. Eventuell private Probleme, etwaig sogar berufliche. Das der S-Bahn-Fahrer den Begriff "Neger" im negativen Sinn verwendet hat, beweißt der ANGREIFENDE Fußtritt gegen die Hand des Fahrgastes!!! Denn wäre dieser eben ein angepasst Aussehender gewesen, wäre es zu dieser Reaktion niemals gekommen (z.B. Bankangestellter im Anzug oder Stewardess in Dienstkleidung)!!! Aussage, er fühlte sich bedroht, darf hier ruhig als reine Schutzbehauptung gesehen werden, da er doch im geschützten Führerhaus stand und der Fahrgast ja auch keinerlei Versuche unternahm gegen den S-Bahnfahrer oder/und dessen Führerstand physisch etwas zu unternehmen. Das Photographieren hätte der S-Bahn-Fahrer durch körperliches Abwenden verhindern können oder durch vorheriges Entschuldigen beim gemeinten Fahrgast. Die Meldung hinterher beim Dienstvorgesetzten würde ich eher unter Schadensbegrenzung einordnen als "Melden macht frei"-Methode. Wie sieht die Zukunft aus? Nachschulung wäre am ratsamsten in Form von einer schriftlichen Ausarbeitung des S-Bahnfahrers, also nicht einfach multiple-choice-Antworten. Erst dann kann man näheres zum Grundcharakter ermitteln, wenn also Streß und Hitze keine Rolle spielen. Wenn positive Auswertung dann mit schriftlicher Abmahnung (leider nötig, bin kein Freund von) weiter als S-Bahn-Fahrer. Und die Monty-Pyton Anspielung mit "Jehova, Jehova" trifft es FÜR ALLE am besten. Viele FÜHLEN sich bedroht, belästigt, provoziert, angegriffen usw. Wahrscheinlich zu wenig echtes Lob, echte Beachtung, Anerkennung im Alltag.Und: Respekt wie Liebe kann man nur erwiesen bekommen, niemals erzwingen.
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AUG
28
11:26 Uhr, geschrieben von fehler
die s-bahn münchen
die deutsche immer wieder!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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AUG
27
15:35 Uhr, geschrieben von Andreas Meyer
Neger ist kein Schimpfwort
Wer das Wort "Neger" fuer beleidigend haelt, ist selbst "Rassist"! Vielleicht sollten sich hier einige Gutmenschen mal z.B. ueber den Begriff der Negritude informieren. Und ausserdem, wie kommt der Mann denn darauf, dass der Fahrer ihn gemeint haette? Der S-Bahnfahrer hat nur seine Pflicht getan und trat innerhalb seiner Rechte auf.
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