Eltern, Kinder, Großeltern Enkelerziehung: Wie machen es Oma und Opa richtig?

Oma und der Kleine auf Tour: Wenn Großeltern ihre Enkel betreuen, sind klare Absprachen mit den Eltern wichtig. Foto: dpa

Süßigkeiten bis zum Abwinken und stundenlanges Fernsehen: Für Enkelkinder gleicht der Besuch bei Oma und Opa meistens einem regelrechten Kinderparadies. Aber Eltern und Großeltern haben oft verschiedene Meinungen über die richtige Erziehung.

München - Wie weit sollten die Großeltern bei der Kindererziehung mitwirken und wann geht es zu weit? War das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern schon vor der Geburt der Enkelkinder gut, kann es sich durch diese sogar noch verbessern. Enkelkinder bringen die Familienmitglieder enger zusammen oder können sogar der Grund dafür sein, wieder miteinander Kontakt aufzunehmen. Dennoch ist es für die frisch gebackenen Großeltern eine einschneidende Veränderung, wenn die eigenen Kinder plötzlich selbst Kinder haben.

Das richtige Maß an Unterstützung finden

Für viele stellt es eine große Umstellung bzw. einen Lernprozess dar, wenn die eigenen Kinder Eltern werden. Man darf die eigenen Kinder nicht mehr als jung und unerfahren – eben als Kinder – wahrnehmen, sondern muss sie als Eltern ernst nehmen und respektieren. Vielen fällt das schwer und sie wollen sich dennoch in die Enkelerziehung einmischen, nach dem Motto, „das habe ich doch schonmal gemacht“. Trotzdem sollten sich die Großeltern nicht zu sehr in die Erziehung einmischen. Gut gemeinte Unterstützung ist okay, aber in einem angebrachten Maße. Zu viel des Guten kann schnell den falschen Eindruck erwecken und die Eltern könnten sich nicht ernst genommen fühlen, was zu Konkurrenzsituationen führen und im schlimmsten Fall das Verhältnis zerrütten kann. Daher sollten Oma und Opa bei Erziehungsfragen immer den Eltern das letzte Wort überlassen. Bevor man also die Enkelkinder mit Leckereien überhäuft oder bis in die Puppen fernsehen lässt, sollten die Eltern damit einverstanden sein.

Wichtig ist es, das richtige Maß zwischen Verwöhnen und Grenzen setzen zu finden. Als Oma und Opa kann man es genießen, den Umgang mit den Enkelkindern anders anzugehen als früher bei den eigenen Kindern. Denn das pädagogische Handeln übernehmen ja die Eltern. So kann auch einmal über eine schlechte Schulnote hinweggesehen werden, ohne darüber nachdenken zu müssen, was das Kind aus dieser Situation lernen und in Zukunft besser machen sollte – denn diese Aufgabe kommt den Eltern zu. Haben die Eltern Regeln für die Kindererziehung aufgestellt, sollten diese von den Großeltern aber nicht gänzlich über den Haufen geworfen werden.

Großeltern: so aktiv wie nie

Heutzutage sind Großeltern wesentlich aktiver und haben eine längere Lebenserwartung als früher. Deswegen können sie auch viel intensiver für die Betreuung der Enkel eingesetzt werden, was von den Eltern auch oft gewünscht wird, da sie häufig sehr schnell nach der Geburt des Kindes wieder ins Berufsleben einsteigen. Durch die körperlich gute Verfassung können Großeltern auch viel mehr mit den Kindern unternehmen und auch bei körperlichen Aktivitäten mithalten. Umgekehrt können die Mitglieder der Generation 50 Plus aber auch etwas von ihren Enkeln lernen, beispielsweise den Umgang mit dem Internet.

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