Hier erzählen Leute der Stadt von ihrem Wochenende. Heute ist das der König der Kleinkunstbühnen: Till Hofmann, der zum Arbeiten in Cafés geht und abends die Wolfis besucht

Der 41-Jährige betreibt in Schwabing das Lustspielhaus, die Lach- und Schießgesellschaft, das Vereinsheim und das Ringelnatz.

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Von Till Hofmann

Meine Tage verbringe ich viel in Cafés. Im Pini in der Klenzestraße zum Beispiel, oder im Baader Café. Ich frühstücke meist kurz im Dukatz in der Klenzestraße, wenn ich die Zwillinge in die Schule gebracht habe – Croissant und Cappuccino, dazu lese ich Zeitung.

Und mit dem Komponist Gerd Baumann und dem Mehmet Scholl trinke ich später noch mehr Cappuccino, und wir besprechen alles rund um unser Label „Millaphon“. Die Band La Brass Banda bringt zum Beispiel bald ein neues Album raus, Moop Mama auch. Ich liebe diese größeren Kaffeehäuser in Wien, wo Zeitungen ausliegen und die Mischung der Leute stimmt – da bin ich jetzt öfter, weil ich dort das Kabaretttheater Stadtsaal mitbetreibe. Und in Cafés wie dem Pini oder dem Baader Café ist es ähnlich.

Wenn wir genug Cappuccino getrunken haben, gehen wir manchmal zum Mittagessen ins französische La Bouche in der Jahnstraße, die haben eine gute Küche. Oder nebenan ins Mia – da gibt’s ein gutes Cevapcici. Man kann da auch ganz gut Fußball schauen. Das Glockenbachviertel liegt gut für uns – der Gerd hat hier sein Studio, der Mehmet kommt mit dem Auto gut hin. Und ich lebe hier.

Am Nachmittag radle ich meist nach Schwabing rüber und treffe da Leute, plane und organisiere, natürlich oft in meinem Café Ringelnatz in der Haimhauserstraße. Wie mein Wochenende heute Abend anfängt, steht schon fest: Da beenden wir das satirische „Goldgrund“-Immobilien-Projekt und meine Galerie Truk Tschechtarow in der Haimhauserstraße wird wieder zur Galerie. Abends haben wir die Vernissage zur neuen Ausstellung des Karikaturisten Rattelschneck.

Ansonsten bin ich abends auch gern mit meiner Fußballrunde beim Anti in der Jahnstraße, ein netter, unkomplizierter Laden. Oder im Fraunhofer. Da geh’ ich manchmal auch mit den Zwillingen hin, die mögen’s auch gern da, besonders die Knödel.

Bei der Bar Zum Wolf in der Pestalozzistraße radle ich auch gern vorbei. Ist neu, aber man hat den Eindruck, das gibt’s seit Jahren. Die Bar lebt von den Wirten, den beiden Wolfis. Als das X-Cess zugemacht hat, hat was gefehlt – und die Leute, die früher beim Isi waren, trifft man jetzt hier. Wenn sie nicht im neuen X-Cess sind, natürlich. Kein Retrochic, sondern einfach gar nicht schick. Ich habe eine Aversion gegen Lounges und diese Latte-Macchiato-Sirup-Ketten-Läden.

Manchmal gehe ich auf Konzerte, aber oft, weil ich schon recht eingespannt bin. Und dann ist man auch einfach mal froh, wenn nichts ist.

Samstag schaue ich vielleicht mal wieder im Optimal Plattenladen in der Kolosseumstraße vorbei. Sonst machen wir die Dinge, die man halt so macht: Mit den Zwillingen und Labrador-Doodle Groucho an den See, in den Bayerischen Wald, ins Schyrenbad, Radl fahren, rumhängen.

Wie ich das Wochenende ausklingen lasse, ist jedenfalls klar: Mit Spiel schauen im Kubu, dem Kinder-und Jugendhaus am Glockenbach. Da haben wir ein Public Viewing auf die Beine gestellt.