Hier erzählen Leute von ihrem Wochenende: Heute ist das Bier-Spezialist Lukas Bulka, der schon von Berufs wegen oft außerhäusig ein Bier trinken geht und das typische München liebt

Der 35-jährige Bier- Sommelier ist Leiter des Bier- und Oktoberfestmuseums. Er lebt mit seiner Familie in Neuried.

Von Lukas Bulka

 Samstag ist für mich mehr oder weniger ein normaler Arbeitstag, weil das Museum geöffnet hat. Ich führe also Gruppen durch, erkläre die Geschichte der Brauereien und natürlich des Oktoberfests – am besten kombiniert mit einer Bierverkostung. Es ist ein Thema, das Spaß macht, weil die Leute da gern zuhören und immer wieder erstaunt sind, was das Produkt Bier an Vielfalt bietet.

Und ich zeige gern unser Haus, das älteste Wohnhaus Münchens. Die Decken sind so niedrig – wenn ich in Gedanken bin, stoße ich mir mit meinen 1,96 Metern immer noch den Kopf, obwohl ich hier seit sieben Jahren arbeite.

Auch mal ein Bier woanders trinken gehört zu meinem Beruf dazu. Nachmittags schaue ich wahnsinnig gern beim Biergarten am Viktualienmarkt vorbei. Als städtischer Biergarten schenkt er Bier von allen sechs Brauereien aus. Und man weiß nie, mit wem man ins Gespräch kommt: Mit der 100-jährigen Münchnerin wie neulich, die 1924 das erste Mal auf der Wiesn war, oder mit dem russischen Touri, der zum Bier einen Wodka auspackt.

Ich spaziere gern durch die Stadt, durchs Tal, zum Marienplatz. Ich schaue auch mal ins Hofbräuhaus, weil ich das Treiben da drinnen lustig finde, mit den Stammtischen und zwischendurch den japanischen Touristen. Und ich geh’ wahnsinnig gern auf den Alten Peter. Kein Fernsehturm mit Aufzug, da latscht man einfach hoch und hat dafür den super Blick auf den Markt.

Am Gasthaus Isarthor trinke ich gern ein Bier. Die schenken gut temperiertes, gut eingeschenktes Augustiner aus dem Holzfass aus. Ein gutes Bier zu haben, ist nämlich nicht alles – da gibt’s den schönen Spruch: „Mit Liebe gebraut, vom Wirt versaut.“ Super ist auch der Steh-Ausschank vom Bratwurst Glöckl. Und das Weisse Bräuhaus im Tal ist eine gute Adresse, besonders wenn man Innereien mag. Die haben Bierspezialitäten wie den Eisbock von Schneider-Weisse, die man sonst selten bekommt.

Sonntag gehört der Familie. Da hat auch meine Frau frei, und mit unserer sechsjährigen Emma gehen wir gern in Biergärten, die für Kinder etwas zu bieten haben. Das Forsthaus Kasten ist zum Beispiel einen Ausflug wert, liegt mitten im Wald, die haben Tiere und ein Trampolin. Ist aber gerade sonntags oft sehr voll.

Und auch die Kraillinger Brauerei bei uns draußen hat einen netten Spielplatz. Emma ist auch ein großer Fan vom Bad Maria-Einsiedel, die Isar entlang schwimmen hilft ihr beim Schwimmen lernen. Oft grillen wir einfach bei uns oder bei Freunden im Garten. Wir wohnen in Neuried, wo ich schon aufgewachsen und zur Schule gegangen bin. Da habe ich meinen Freundeskreis seit der Kindheit, und auch die haben mittlerweile Kinder.

Fürs Grillen hole ich oft Fleisch vom Eisenreich am Viktualienmarkt, der hat seine Viecher am Ammersee stehen. Und ein Fassl Giesinger Erhellung von der kleinen Brauerei in der Birkenau, die gibt’s auch mit fünf und zehn Litern. Die Burschen brauen aus echter Leidenschaft, das ist einfach schön.

Montags, wenn ich frei habe, gehe ich zum Beispiel in den Tierpark mit Emma. Dann ist er frei vom Wochenend-Trubel, eine richtige Oase. Oder ich fahre mit meinem Motorrad in die Berge.

Wenn ich essen gehe, besuche ich Geisel’s Vinothek, sitze an der Bar und lasse mir ein feines Überraschungsmenü zaubern. Dort habe ich gelernt, die Geisels kenne ich gut. Und auch das Salt am Rundfunkplatz ist eine tolle Adresse: Leger, mit super Küche. Da trinke ich als Aperitif ein Pils – und weil ich ein Fan von Rind bin, darf es zum Essen gern ein Glas Rotwein sein.