Ein Wochenende mit... Hera Rauch Tanzen im Prosecco

Hera Rauch zwischen ihren Schätzen: In der Buttermelcherstraße verleiht sie Kostüme. Foto: Gregor Feindt

Hier erzählen Leute vom Wochenende: Heute ist das Hera Rauch, die Kostüme im Glockenbachviertel schneidert und verleiht

Die 56-Jährige machte sich mit 18 Jahren selbstständig und betreibt heute einen Kostümverleih in der Buttermelcherstraße.

 Von Hera Rauch

Hauptsache, es ist schrill, glänzt und glitzert – das ist der Faschingstrend dieses Jahr. Ich weiß gar nicht genau, wie viele Kostüme wir im Lager haben, an die 4000 sind es ungefähr. Die meisten haben wir selbst genäht; ursprünglich habe ich ’72 meinen Laden als Schneidereibetrieb eröffnet, aber schon damals für Freunde Kostüme entworfen. Vom Glühwürmchen-Kinderkostüm bis Pirat mit allem Drum und Dran haben wir alles. Auch ein paar Originale, schöne Rokoko-Kleider oder Stylisches aus den 20er bis 70er Jahren.

Wenn ich Feierabend mache in meinem Kostümverleih, gehe ich gern noch aus. Ich habe keine richtigen Stammlokale – ich bin Geschäftsfrau und eine große Netzwerkerin, und da ist es gut, sich immer mal hier und da blicken zu lassen, sich ins Gedächtnis zu rufen. Die Nil Bar in der Hans-Sachs-Straße oder das Morizz in der Klenzestraße sind zum Beispiel Lokale, die ich mag, oder das Joe Pena’s in der Buttermelcherstraße, ein klassisches spanisches Lokal. Wenn man gerade mehr Geld hat, kann man auch fein im Pazific Times in der Baaderstraße essen gehen.

Näher bei mir daheim im Schlachthofviertel ist das Barysphär in der Tumblingerstraße. Ganz leichte asiatische Gerichte gibt’s da, die ich auch gern esse, wenn ich spät noch Hunger habe. Und dort trifft man immer gute Leute, neulich wieder Bully Herbig.

Mittags gibt es sehr feine, glutamatfreie Küche im Chi in der Reichenbachstraße, auch wenn man da mittlerweile nicht mehr immer einen Platz bekommt; wenn ich Lust auf etwas Süßes habe, schau ich ins Café Wiener in der Reichenbachstraße. Die haben tolle hausgemachte Kuchen, die nicht so schwer im Magen liegen.

Wenn ich spät aus dem Laden komme, gehe ich direkt ins Prosecco in der Theklastraße: Das ist klein, eng und schnuckelig, und sie spielen alte Schlager, auf die man wunderbar tanzen kann. Das Viertel hat sich so verändert, ich arbeite hier seit 30 Jahren. In den 70ern ist hier noch der Kartoffelwagen von Pferden gezogen durchgefahren und gleichzeitig wurde es schon zum In-Viertel, Freddie Mercury ist ständig herumgelaufen.

Aber heute ist es immer noch toll, es ist so multi-kulti geworden, das freut mich.

Am Freitag steht der Gauklerball im Künstlerhaus an, einer der schönsten Kostümbälle. Das Motto heuer: Flower Power. Wie ich mich verkleide, weiß ich noch nicht – ich muss ja immer das nehmen, was übrig ist, ich bin da also relativ spontan.

Samstag werden wir mit unserem Wagen eine kleine Proberunde um den Gärtnerplatz drehen, um dann am Sonntag gerüstet zu sein für den Faschingsumzug der Damischen Ritter: Wenn es nicht zu kalt ist, fahren wir vom Kostümverleih mit offenem Wagen mit. Danach gibt’s für alle Teilnehmer eine kleine Feier im Hofbräuhaus. Da lade ich meine Mitarbeiter dann auf Würstl und Getränke ein. Später wird alles zusammengeräumt, dann haben wir den Tag hinter uns – Montag geht die Woche ja wieder los.

 

 

 

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