Hier erzählen Leute von ihrem Wochenende: Heute ist das Cajus von „Blumentopf“, der Flohmärkte und den Walchensee liebt

Der 36-Jährige ist seit 20 Jahren als Rapper mit der Band Blumentopf und ab und an auch solo unterwegs. Er lebt im Westend.

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 Von Cajus Heinzmann

Früher habe ich in einer Phase wie dieser eigentlich kein Wochenende gehabt, auch viel nachts gearbeitet. Wir von „Blumentopf“ produzieren gerade unser neues Album, da ist das Studio 14 bis 16 Stunden am Tag belegt. Das sind lange Arbeitstage, mittags geht’s meist raus zum Schlagbauer in der Müllerstraße, eine Leberkassemmel mit süßem Senf holen. Oder ins Hoover & Floyd in der Ickstattstraße auf ein Panino.

Mittlerweile habe ich gelernt, dass es wichtig ist, so etwas wie einen Feierabend und ein Wochenende zu haben. Was anderes zu machen, mal rauszufahren. Da geht man mit neuem Input und einer ganz anderen Motivation wieder ans Werk.

Richtig lang schlafe ich samstags nie aus, spätestens um 10 bin ich wach. Und dann will ich auch was tun, raus, wenn das Wetter schön ist. Es sei denn, der Abend vorher war ein ganz übler Absturz, dann kann es schon sein, dass ich keine Chance sehe, das Bett vor 16 Uhr zu verlassen.

In Clubs feiere ich nicht mehr wirklich, ich gehe eher gezielt auf Konzerte. Danach kann es immer mal passieren, dass ich noch ins Holy Home in der Reichenbachstraße schaue. Das ist zwar gut, um noch komplett abzustürzen, aber da kann ich meist nicht widerstehen. Das Holy Home ist so etwas wie ein öffentliches Wohnzimmer. Da kann man auch allein hingehen und trifft immer jemanden, mit dem man sich hinsetzen und ein paar Bier trinken kann.

Diesen Samstag muss ich aber früh raus. Ich stöbere gern auf Flohmärkten, und dieser Samstag ist der Flohmarkt schlechthin, der Flohmarkt auf der Theresienwiese. Und die letzten paar Jahre war ich nicht dort, weil wir immer Konzerte woanders gegeben haben. Dafür stehe ich auch früher auf, ich hab’s nicht weit, ich wohne im Westend.

Ich brauche eigentlich nie was, finde aber immer was. Ich habe zwei Kisten voller Lampen daheim stehen. Abends koche ich lieber und lasse mich bekochen, statt auszugehen, das finde ich gemütlicher. Aber ins äthiopische Restaurant Blue Nile in der Viktor-Scheffel-Straße gehe ich ab und an. Da kriegt man immer Riesenplatten und darf mit den Händen essen, das finde ich witzig.

Wenn ich es schaffe, spiele ich samstags bei den Billard-Turnieren mit im Bella Billard in Giesing, in der Martin-Luther-Straße. Gewonnen habe ich bisher nie, aber ich trainiere ja noch nicht lang.

Ich fahre aber auch gern raus. Am Walchensee macht meine Freundin das Strandcafé Bucherer. Reines Saisongeschäft, ein traumhaft gelegenes Ausflugslokal mit großer Terrasse und Blick aufs Karwendelgebirge. Zum Café gehört ein großes Haus. Und da entspannen wir furchtbar gern. Wenn die Gäste weg sind, schnappen wir uns ein Ruderboot und fahren über den See.