Ein Chip macht's möglich: Ohne Kleingeld ins Parkhaus

Marcus Neudecker mit dem neuen Chip, der das Parken im Parkhaus einfacher macht. Foto: Gregor Feindt

Schluss mit der Münzen-Sucherei am Kassenautomaten: Das Bezahlen geht jetzt auch elektronisch – ganz einfach per Chip

Münchzen - Eine hilfreiche Erfindung, dieser Chip. Gerade mal zehn Zentimeter groß, angebracht an der Windschutzscheibe des Autos, kann man mit ihm in ausgewählten Parkhäusern parken. Einfach so, ganz ohne Parkkasse und Kleingeld. Entwickelt wurde das „VIATAG-System” vom Münchner Unternehmen „motion ID technologies” in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut.

Mit 15 Euro ist man dabei: Das Starter-Paket kann online bestellt werden. Wer will, erhält zusätzlich zum selbstklebenden Chip eine VIATAG-Karte im Scheckformat. Diese ersetzt den Chip, sollte man mit dem Zweitwagen unterwegs sein.

Mehrere private Parkhäuser nutzen die Erfindung bereits. Öffentliche Parkhäuser sind noch nicht viele dabei – bis Ende des Jahres sollen es aber laut Chef Christian Utz rund zehn sein – auch in München. „Gerade in der Weihnachtszeit wäre es ideal. Da sind die Parkhäuser immer überfüllt und überall bilden sich lange Schlangen.”

Und so funktioniert’s: Chip auf der linken Seite der Windschutzscheibe anbringen. Drei bis fünf Meter vor der Parkgarage erkennt eine Antenne, die am Parkaus angebracht ist, den Chip und tritt mit diesem in Kontakt. Die Schranke öffnet sich automatisch. „Für diese Kommunikation zwischen den Medien nutzen wir die passive RFID-Technologie – der Chip hat keine eigene Batterie und wird erst mithilfe des Lesegeräts aktiviert”, so Utz. Schnell und unkompliziert kann durchgefahren werden.

Eine persönliche ID-Nummer auf dem Chip macht diesen für das System sichtbar. „In Deutschland wurde die Erfindung anfangs nicht sehr positiv aufgenommen. Wir mussten dem Endverbraucher erst mal übermitteln, dass auf dem Chip keine persönlichen Daten gespeichert werden”, erinnert sich der 42-jährige.

Jetzt aber gäbe es immer mehr Anfragen, vor allem auch von Seiten der Parkhausbetreiber. Sie könnten damit Kosten sparen und dem Kunden mehr Service bieten.

Und wie wird am Ende bezahlt? Online! Bei Ein- und Ausfahrt ermittelt das System im Hintergrund automatisch die Parkdauer. Parkzeit und -dauer können auf einem Online-Kundenkonto kontrolliert und die Rechnung eingesehen werden. Abgerechnet wird am Ende des Monats per Lastschrift. Ein kleines Manko vielleicht für all jene, die die mit den neuen Medien noch nicht so vertraut sind.

Die Erfindung soll aber nicht nur das Parken einfacher und schneller machen. In Zukunft soll sie auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden und das Bezahlen erleichtern: so beispielsweise am Drive-Thru-Schalter, beim Tanken oder in Waschanlagen. Wir können gespannt sein.

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